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Verfassungswerte vermitteln : Schon in der Schule herrscht die Schere im Kopf

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Fundament: Grundgesetz mit der Unterschrift Konrad Adenauers, der von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler war Bild: © DHM

Das Grundgesetz an die Schüler zu geben reicht nicht aus. Wichtiger ist, wie Lehrer die Verfassungswerte vermitteln – und dass sie ihren Unterricht zu einer „Schule der Republik“ machen. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Alle Schüler sollen im Verlauf ihrer Schullaufbahn ein eigenes Grundgesetz erhalten. Auf diese Empfehlung hat sich die Kultusministerkonferenz (KMK) vor kurzem aus Anlass des 70-jährigen Jubiläums der bundesdeutschen Verfassung verständigt. Ein begrüßenswerter, längst überfälliger Entschluss. Er kann jedoch nur ein erster Schritt auf dem Weg sein, dem Grundgesetz und seinen Werten in den Schulen der Republik wieder einen höheren Stellenwert einzuräumen.

          Wie selten die freiheitlich-demokratische Grundordnung in den Klassenzimmern ein Thema ist, zeigt sich täglich im Schulalltag. So nimmt die Urteilsbildung zwar in den Lehrplänen und Richtlinien aller Bundesländer vor allem in den Fächern Geschichte und Politik berechtigterweise eine herausgehobene Stellung ein, aber die Wirklichkeit im Unterricht lässt oft zu wünschen übrig. Typische Schülerurteile sind häufig wenig durchdacht und oft eindimensional. Bezüge zur freiheitlichen Ordnung des Grundgesetzes werden kaum einmal explizit herausgestellt – und wohl auch viel zu selten eingefordert.

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