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Recruitingmessen : Unternehmensluft schnuppern

  • -Aktualisiert am

Vodafone plant Talentpool

Auch dem Mobilfunkanbieter Vodafone geht es in erster Linie darum, einen ersten Einblick zu geben und ein Gefühl für die Unternehmenskultur zu vermitteln sowie dabei Fragen der Besucher zum Beispiel zu den Themen und den Einstiegsmöglichkeiten in den verschiedenen Abteilungen zu beantworten. „Wir schauen uns auch gern schon einmal den Lebenslauf von Besuchern an und geben Tipps, in welchen Fachbereich die Leute mit ihren jeweiligen Qualifikationen passen könnten“, sagt Marina Wellerdick, Gruppenleiterin Young Talents bei Vodafone Deutschland. Das Ganze erfolge in einem lockeren Austausch. Gern gebe sie auch ihre Kontaktdaten auf Wunsch weiter, damit sich Besucher später bei ihr melden können. In Zukunft will das Unternehmen zudem einen externen Talentpool aufbauen für interessante Kandidaten, um diese bei passender Gelegenheit auch direkt ansprechen zu können.

Einen guten Eindruck bei den Unternehmen zu hinterlassen ist grundsätzlich gar nicht schwer, wenn man sich richtig vorbereitet hat. Das Wichtigste ist laut Karrierecoach Feichtner, sich im Vorfeld bereits genau über die fachliche Ausrichtung der Messe und die dortigen Firmen zu informieren, die man besuchen möchte. Auch lohnt sich ein Blick auf die Veranstaltungsseite, denn hier geben die Unternehmen zum Teil schon bekannt, welche Mitarbeiter aus welchen Abteilungen am Messestand vertreten sein werden. So kann man sich einen konkreten Fragenkatalog zurechtlegen. „Wenn sich die Besucher eine gute Frage zum Unternehmen überlegt haben, zeigt mir das, dass sie wirklich Interesse an Osudio und sich bewusst für ein Gespräch mit uns entschieden haben“, erklärt Tomori. Zur Vorbereitung gehört es außerdem, seinen Lebenslauf ausgedruckt dabeizuhaben. „Kommt man dann zum Stand, sollte man allein und nicht als Gruppe auftreten“, empfiehlt Schmid. So könnten die Personaler individuell auf Fragen eingehen und sich ein Bild verschaffen. Ansonsten gilt, sich so authentisch und selbstsicher zu verhalten, wie es auch in normalen Bewerbungsgesprächen erwartet wird.

Wenn man als Besucher noch unsicher ist, bei einem bestimmten Unternehmen aber unbedingt überzeugend auftreten will, hat Feichtner noch einen Tipp: In diesem Fall sollte man sich zunächst an weniger wichtigen Unternehmen probieren, wo der eigene Druck geringer ist. „Wichtig ist, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu sein und sich in kurzer Zeit als interessante Person präsentieren zu können, die etwas Spannendes aus ihrem Leben zu erzählen hat.“ Dabei sollte man sich nicht nur auf die Big Player konzentrieren. „Gerade auf einer Recruitingmesse macht es Sinn, die Chance zu nutzen, auch kleinere Firmen kennenzulernen, die auf den ersten Blick vielleicht weniger attraktiv erscheinen, in Wahrheit aber sehr interessante
Jobangebote haben.“

Die Morgenstunden nutzen

Auch Katharina Czerner hatte ihren Arbeitgeber erst gar nicht auf dem Schirm, wie sie erzählt, weil es sich um ein eher kleines Unternehmen handelt. So war es mehr Zufall, dass sie am Stand von Osudio landete. „Dabei merkt man schon immer wieder, dass bei großen Unternehmen, die für viele attraktiv erscheinen, tendenziell weniger auf individuelle Fragen eingegangen wird“, sagt sie. Davon abgesehen empfiehlt sie jedem einen Besuch auf einer Recruitingmesse. „Anders als in einem klassischen Bewerbungsverfahren legen die Unternehmen das Augenmerk weniger auf den Lebenslauf, es geht erst einmal um die Person hinter dem Papier. Das gibt mehr Freiraum, sich zu präsentieren.“ Die besten Chancen, im Gedächtnis der Personaler zu bleiben, habe man zudem, wenn man früh zur Messe kommt. „Ich hatte den Eindruck, dass zu späterer Stunde die Unternehmensvertreter teilweise schon etwas müde und weniger motiviert bei den Gesprächen waren.“

Checkliste „Besuch auf einer Recruitingmesse“

  • Vorbereitung: über Messeprofil und Unternehmen informieren; Lebenslauf ausdrucken; konkrete Fragen zurechtlegen
  • nicht zu hohe Erwartungen haben – auch die Erfahrung, dass sich ein Unternehmen als weniger attraktiv herausstellt als angenommen, ist eine wertvolle Erkenntnis; authentisch und selbstsicher auftreten
  • sich Visitenkarten und andere Kontaktinfos (Linkedin, Xing) geben lassen, um später den Kontakt weiterzuführen
  • im Fall einer späteren Bewerbung darauf hinweisen, dass man sich bereits auf der Messe X kennengelernt hat und dies zur Bewerbung ermutigt hat

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