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Universitäten : Exzellent bis zur Selbstaufgabe

Vieles spricht dafür, dass die Wissenschaftsvertreter im Bewilligungsausschuss eine Liste von klaren Gewinnern vorlegen und dann zwei oder drei etwa gleich starke Bewerber zur Debatte stellen werden. In diesem Fall könnte tatsächlich die regionale Verteilung den Ausschlag geben. Auffällig ist, dass keine der hessischen Universitäten unter den Anwärtern auf den Exzellenzstatus ist. Inzwischen wird an hessischen Universitäten nicht nur hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass es ganz offensichtlich an Unterstützung aus dem Wissenschaftsministerium in Wiesbaden mangelte. Nur Darmstadt konnte in der Vorrunde mit Exzellenzcluster und Graduiertenschule reüssieren. Baden-Württemberg war nicht nur in den früheren Entscheidungsphasen, sondern auch jetzt so erfolgreich, weil die Fachreferenten des Wissenschaftsministeriums kundig genug sind, um die Exzellenzanträge aus ihrem Land kritisch gegenzulesen, die Bewerber an einen Tisch zu bringen und ihnen Ratschläge zu erteilen, bevor die Anträge abgegeben werden. Die Universitäten werden dadurch auch davor bewahrt, vor lauter Antragsexzellenz und stromlinienförmiger Antragsprosa betriebsblind zu werden.

Sie haben es in der dritten Runde ohnehin zu einer zweifelhaften Meisterschaft beim Formulieren der zu erwartenden Forschungsvorhaben gebracht. Die Anträge seien geradezu überangepasst gewesen, heißt es in der Wissenschaft. Wie in den vorausgegangenen Runden mussten sie auf Englisch formuliert werden. Weniger albern geriet der sprachliche Einheitsbrei dadurch auch dieses Mal nicht. Auch hier reagierten die deutschen Universitäten devot und geradezu gleichgültig im Blick auf die Geltung des Deutschen als Wissenschaftssprache.

Mehr als 200 Gutachter mussten anreisen

Da es kaum deutsche Wissenschaftler gab, die nicht in irgendeiner Form als Antragsteller mitbeteiligt waren, mussten mehr als 200 Gutachter anreisen, zum weitaus größten Teil aus dem Ausland. Den sogenannten Begehungen der Gutachter mit Vertretern des Wissenschaftsrats und der DFG sind in den Universitäten zahlreiche Proben mit theatralischem bis kabarettistischem Charakter vorausgegangen. Da wurden Gutachter gemimt und ein kritisches Publikum einbestellt, der Rektor oder Präsident nach seinem ersten Vortrag wie ein Schuljunge noch einmal in Klausur geschickt - zum Nachbessern und Üben. Ein unvorstellbarer Aufwand. Kein Wunder, dass alle Rektoren und Präsidenten von einem untadeligen Verlauf der Begehung berichteten. Kritik wurde nur von nicht beteiligten Eingeweihten geäußert: So seien einige der ausländischen Gutachter auch dieses Mal durch tiefe Unkenntnis des föderalen Systems aufgefallen - trotz umfangreicher Vorinformationen in ihrer jeweiligen Sprache.

Für die Graduiertenschulen und Exzellenzcluster, die im März des vergangenen Jahres für die Endrunde ausgewählt wurden, war die DFG federführend, für die dritte Förderlinie des Wettbewerbs mit universitären Zukunftskonzepten der Wissenschaftsrat. Eingereicht wurden allein 98 neue Anträge für Graduiertenschulen, von denen 25 ausgewählt wurden, und 107 Anträge für Exzellenzcluster, von denen 27 die Vorrunde überstanden.

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