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Universität Tübingen : Leitlinien gegen Radikalismus

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Außenansicht des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Tübingen Bild: Picture-Alliance

Im Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) gelten künftig klare Regeln für den Umgang mit radikalen Kräften. Die Universität Tübingen reagiert damit auf Vorwürfe gegen Beschäftigte des Zentrums.

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          Das Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) der Universität Tübingen will stärker darauf achten, radikalen Kräften kein Podium zu bieten. „Alle Beteiligten müssen künftig genauer als in der Vergangenheit hinsehen“, teilte der Universitätsrektor Bernd Engler mit. In den kommenden Wochen sollen Leitlinien zum Umgang mit Menschen und Einrichtungen aus dem radikalen Spektrum erarbeitet werden. Die Universität reagiert damit auf Vorwürfe der vergangenen Monate, wonach Beschäftigte des Zentrums Kontakte zur islamistischen Muslimbruderschaft pflegten.

          Laut einer internen Überprüfung gebe es keine Belege für ein „Netzwerk der Muslimbrüder“ am ZITh, sagte Engler. „Ich erwarte aber auch, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in jedem Fall klar Stellung beziehen und sich nicht für fremde Zwecke instrumentalisieren lassen.“ Zuletzt war der Tübinger Professor Abdelmalek Hibaoui in die Kritik geraten. Hibaoui hatte an einer Konferenz in Ankara teilgenommen, bei der zur Vernichtung Israels aufgerufen worden war. Ausrichter der Konferenz war das zur islamistischen Saadet-Partei gehörende Zentrum für Studien der Islamischen Union.

          Hibaoui, der sich im Nachhinein von auf der Konferenz getätigten radikalen Aussagen distanzierte, ist in Tübingen für die Ausbildung von Imamen zuständig. Darüber hinaus ist er Mitglied des Gelehrtenrats des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Auch die der Muslimbruderschaft zugerechnete Deutsche Muslimische Gemeinschaft und das dem iranischen Regime zugerechnete Islamische Zentrum Hamburg gehören dem Zentralrat an.

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