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Universität Koblenz-Landau : Zwei Unis lassen sich scheiden

Scheidungsrichter Landtag: Die Universität Koblenz-Landau will sich trennen. Bild: dpa

Aus der Universität Koblenz-Landau sollen zwei eigenständige Hochschulen werden. Die Campusse waren zwar schon immer getrennt, doch die Scheidung ist ein kompliziertes Unterfangen.

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          Dass zwei Hochschulen fusionieren, ist schon häufiger vorgekommen: So wurde aus der Technischen Universität Cottbus und der Fachhochschule Lausitz die BTU Cottbus-Senftenberg oder aus der Universität Lüneburg und der Fachhochschule Nordostniedersachsen die Leuphana Universität Lüneburg, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dass sich aber eine Hochschule in zwei aufteilt, eine Uni-Ehe sozusagen wieder geschieden wird, davon war noch nicht so oft die Rede.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Passieren soll das aber aktuell in Rheinland-Pfalz, konkret an der Universität Koblenz-Landau. Schon lange hatte das rheinland-pfälzische Bildungsministerium bekanntgegeben, dass die Uni Koblenz vom 1. Januar 2023 an eigenständig betrieben werden soll, während der Standort Landau mit der Technischen Universität Kaiserslautern zusammengehen wird. Vor kurzem wurde nun der entsprechende Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht. Aber nun gibt es Streit ums Geld – und über Unklarheiten bei den Zielen der beiden neuen Hochschulen.

          Betroffen sind rund 17.000 Studierende; die Universität Koblenz-Landau ist zwar eine recht junge Hochschule, die aber in den vergangenen Jahren dynamisch gewachsen ist. Bekannt ist sie vor allem für ihre Lehrerausbildung.

          „Zielperspektive für die beiden Standorte ist unklar“

          Zwar hat die Universität von jeher zwei Campusse, die 180 Kilometer voneinander entfernt liegen. Dennoch spricht die Präsidentin May-Britt Kallenrode von „siamesischen Zwillingen“, die nicht so einfach voneinander zu trennen seien. Es gibt nur eine Verwaltung, eine Bibliothek, ein gemeinsames Methodenzentrum für Evaluationen. Die IT-Systeme werden gemeinsam gesteuert, und das Institut für Wissensmedien kümmert sich um alle Fragen der digitalen Lehre für beide Standorte – jetzt in Corona-Zeiten ein ziemlich essentielles Unterfangen. Das Trennungsvorhaben sei aber trotz aller Härten der Pandemie nicht mehr zu stoppen, die Planungen schon zu weit gediehen.

          Die Uni-Präsidentin bemängelt zwar nicht das Vorhaben an sich, allerdings die Details: „Die Zielperspektive für die beiden Standorte ist unklar, ebenso wie die kurz- und mittelfristige Finanzierung des Vorhabens.“ In der Gesamtschau drohe eine Blockade, weil die paritätisch besetzten Uni-Gremien unzureichende Vorgaben dazu hätten, wie sie die Trennung genau planen sollen. Das Land hat nach Kallenrodes Angaben 8 Millionen Euro für die kurz- und mittelfristigen Transaktionskosten veranschlagt.

          Aus ihrer Sicht deutlich zu wenig. Sie selbst beziffert dagegen die jährlichen Kosten allein für Koblenz auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, für Landau sei es womöglich mehr. Auch bei einer Ehescheidung benötigten danach beide Partner eine eigene Wohnung, „und bei unverändertem Einkommen müssen sich beide deutlich einschränken. Wenn sie dagegen ihren bisherigen Standard weiter halten wollen, benötigen beide jeweils mehr Geld.“

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