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Umbenennung der Tübinger Uni : Lieber namenlos als historisch

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Herzog Eberhard im Bart (1445 –1496) mit Reichssturmfahne und Palmstab. Seinen Wahlspruch „Attempto“ (Ich wage es) soll er bei der Gründung der Tübinger Universität 1477 ausgerufen haben. Das Porträt befindet sich im Landesmuseum, eine Kopie im Rathaus von Markgröningen. Bild: bpk

Studentenvertreter wollen die Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen durchsetzen und könnten die notwendige Mehrheit bekommen. Historische Fakten geraten in den Hintergrund. Ein Gastbeitrag.

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          Die Eberhard-Karls-Universität in der schwäbischen Provinzstadt Tübingen ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands – noch. Bald könnte es damit sein Ende haben: Am 21. Juli entscheidet der Senat über den Antrag von Studentenvertretern, den seit Jahrhunderten geführten Namen abzuschaffen. Findet dies eine Zweidrittelmehrheit und stimmt der Universitätsrat zu, wird es eine Institution dieses Namens 545 Jahre nach ihrer Gründung durch Graf Eberhard V. („im Barte“) von Württemberg im Jahre 1477 nicht mehr geben. Aus der Eberhard-Karls-Universität wird die „Universität Tübingen“: modern, (scheinbar) unkontrovers, da unbelastet von böser Vergangenheit und (jedenfalls im Namen) geschichtslos.

          Mit der Entscheidung wird ein Prozess abgeschlossen, der mit der Bestellung einer Historikerkommission zu den beiden Namensgebern vor gut einem Jahr förmlich eingeleitet wurde (F.A.Z vom 2. Juni 2021). Neben Graf Eberhard sollte Herzog Karl Eugen von Württemberg kritisch beleuchtet werden, der sich 1769 selbst als zweiten Namenspatron installiert hatte: zwei Fürsten, die sich aus unterschiedlichen Gründen in den Augen der Kritiker unmöglich gemacht haben.

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