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Kolumne „Uni live“ : Promovieren in Zeiten der Pandemie

  • -Aktualisiert am

Corona, Herbst und Promotion: nicht eben eine Traumkombination Bild: Laura Kinzinger

Viele Studierende fragen sich im Masterstudium, ob sie im Anschluss eine Dissertation schreiben wollen. Gerade in Zeiten von Corona gibt es dabei viele Aspekte zu bedenken, die die eigene Persönlichkeit betreffen.

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          In den letzten Semestern des Studiums drängt sich die Frage nach der Zukunftsplanung bei vielen Studierenden auf – denn die Zahl derjenigen, die ungeplagt von finanziellen Sorgen darauf warten, dass ihr Masterzeugnis endlich im Briefkasten liegt, dürfte gering sein. Bei vielen ist die Angst groß, nach dem Studienabschluss nicht zu wissen, wie es weitergeht, monatelang keine Arbeit zu finden oder einer Tätigkeit nachgehen zu müssen, die nicht den eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht. Was also tun? Neben der klassischen Suche nach Jobs oder Praktika im eigenen fachlichen Spektrum steht Studierenden prinzipiell die Möglichkeit offen, an der Universität zu bleiben und eine Doktorarbeit zu schreiben, wenn das Interesse an der Wissenschaft groß genug ist.

          Doch woher weiß man, ob eine Promotion der richtige Weg ist? Sollte man sich nach Bauchgefühl entscheiden oder gar darauf vertrauen, wie andere Menschen die eigene Eignung einschätzen? Wie bei vielen Dingen im Leben gibt es auch hier keine richtige oder eindeutige Antwort. Grundsätzlich lässt sich aber meines Erachtens sagen, dass es sich lohnt, dem Gedanken nachzugehen, sofern man ein Themengebiet oder im besten Fall sogar eine ganz konkrete Idee hat, mit der man sich in seiner Doktorarbeit beschäftigen möchte. Sich über die Option, zu promovieren, mit Freunden, Familienmitgliedern und Kommilitonen zu unterhalten, ist ebenfalls eine gute Idee. Auch gegenüber Dozierenden muss sich – aus Erfahrung gesprochen – niemand scheuen, den Gedanken an eine Promotion zu äußern. Im schlimmsten Fall rät die betreffende Person von einer Promotion ab, was manchmal vielleicht auch hilfreich sein kann, im besten Fall gibt sie Tipps und Unterstützung. Als Studierender hat man also nichts zu verlieren.

          Kann ich mit Kritik und Niederlagen umgehen?

          Ich habe mich in diesen Sommer dazu entschlossen, den Schritt zu wagen und eine Dissertation anzugehen. Der Gedanke ist mir schon im Laufe des Masterstudiums gekommen, und ich habe erstmal eine Weile mit ihm gespielt, viel recherchiert und in mich hineingehorcht. Schließlich habe ich mich für die Doktorarbeit entschieden, weil ich im Schreibprozess meiner Masterarbeit gemerkt habe, wie viel Freude mir das wissenschaftliche Arbeiten macht – vom Recherchieren und Lesen bis hin zum Schreiben und Diskutieren der Texte und Themen, mit denen ich mich auseinandersetze, gibt es kaum einen Tätigkeitsaspekt, der mich nicht begeistert.

          Vor allem war da aber das Gefühl, noch nicht mit dem Studium fertig zu sein, sondern in gewisser Hinsicht noch am Anfang zu stehen. Obwohl ein Studium so einige Jahre dauert und man dabei viel lernt, ist das meiste, was in dieser Zeit erarbeitet wird, in den Geisteswissenschaften eine Reproduktion von bereits Erforschtem. Selbst die Masterarbeit reicht nur in Einzelfällen an den Anspruch heran, eine bestehende Forschungsdiskussion durch einen neuen Aspekt oder einen Erkenntnisgewinn zu bereichern.

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