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Schluss mit 60-Stunden-Wochen : Nie wieder Überstunden?

  • -Aktualisiert am

Spätabends noch allein im Büro sein sollte nicht normalisiert werden. Bild: dpa

In vielen Unternehmen sind unbezahlte Überstunden Standard – und es ist nicht einfach, aus dem Hamsterrad herauszukommen. Aber es geht! Wie man sich rechtlich absichert und was man sonst noch tun kann.

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          Früher waren 60 Wochenstunden für Isabell P. ganz normal. Eine Freundin habe damals in den 2010er-Jahren immer zu ihr gesagt: „Überstunden sind ein Privileg“, schreibt die Autorin und Journalistin in einem emotionalen Post im Karrierenetzwerk Linkedin. Das Thema ist ihr wichtig, denn inzwischen sieht sie die Sache ganz anders: „Wer Überstunden macht, hat das, was er tun sollte, nicht in der vereinbarten Zeit geschafft“, schreibt die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin. „Temporär ist das vielleicht okay. Dauerhaft aber ein Zeichen dafür, dass Dinge schieflaufen.“ Mittlerweile ist sie nicht mehr stolz auf Überstunden. Sie ist stolz darauf, dass sie mit ihrer regulären Arbeitszeit hinkommt.

          Überstunden sind in Deutschland keine Seltenheit: In der Pandemie ist das Überstundenaufkommen zwar leicht zurückgegangen, bewegt sich aber schon wieder in Richtung Vorkrisenniveau, sagt Enzo Weber, Leiter des Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“ am Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). „Wir sind noch nicht wieder auf dem gleichen Stand wie vor der Pandemie, aber die Anzahl der Überstunden steigt.“ Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin leisten die Deutschen im Schnitt jeden Monat zwei Überstunden, für die sie weder einen Gehaltszuschlag noch Ausgleichstage bekommen.

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