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Fraunhofer-Präsident : Machtprobe an der TU Chemnitz

Unter Druck: Reimund Neugebauer Bild: bernhardhuber

Hat Reimund Neugebauer bei der Rektorenwahl sein Amt missbraucht? Die Vorwürfe gegen den Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft mehren sich.

          7 Min.

          Immer häufiger werden amtierende Rektoren und Präsidenten von Universitäten und Hochschulen bei einer Wiederwahl nicht be­rücksichtigt. Hochschulräte rea­gieren so auf ein Scheitern eines Clusters oder als Universität in der Exzellenzstrategie. Manchmal gibt es gute Gründe dafür, einen amtierenden Rektor nicht wieder aufzustellen, manchmal aber werfen Wahlvorschläge auch Fragen auf. Das gilt aktuell für die Rektorenwahl an der TU Chemnitz (TUC), zu der ein brisantes 180 Seiten umfassendes Gutachten vorliegt. Sein Verfasser ist der Fachanwalt für Verwaltungsrecht und Ho­norarprofessor für Verwaltungsrecht und Wirtschaftsverwaltungsrecht an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, Klaus Herrmann. Der Senat der TUC hatte die Prüfung des Wahlvorschlags des Hochschulrats beschlossen, die der Prorektor in Auftrag gegeben hatte.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die zentralen Vorwürfe des Gutachtens wiegen schwer und richten sich auch ge­gen den Vorsitzenden des Hochschulrats, den Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft Reimund Neugebauer. Der 68 Jahre alte Maschinenbauingenieur wurde An­fang August vorzeitig im Umlaufverfahren wieder zum Fraunhofer-Präsidenten gewählt. Das ist ein Verfahren, das es bisher noch nicht gegeben hat, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP be­stätigt. Denn die Wahl fand vor der turnusgemäßen Senatssitzung statt. Fraunhofer ge­hört zu den Schwergewichten der außeruniversitären Forschung, sowohl bei der Quantenstrategie der Bundesregierung als auch bei der Batterieproduktion spielt die Einrichtung eine zentrale Rolle.

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