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Bewerbung Traineestellen : Planen und vorbereiten

  • -Aktualisiert am

Bild: Sylvia Wolf

Viele Berufseinsteiger schätzen Traineeprogramme. Denn so kann man ein Unternehmen von Grund auf kennenlernen. Zehn Tipps, wie man sich einen der begehrten Plätze sichert.

          4 Min.

          Am Anfang steht eine gute Recherche.

          Viele Unternehmen haben heute ein Traineeprogramm im Angebot. Jedoch gibt es keinen übergreifenden Standard, wie ein solches aufgebaut sein muss. Jede Firma ist in der Gestaltung frei. „Ein persönlicher Kriterienkatalog kann helfen, sich klarzumachen, welche Aspekte wie etwa ein Aufenthalt im Ausland einem wichtig sind, und dementsprechend Programme auswählen“, sagt Harald Müller, Leiter Traineeprogramme bei Partner für Bildung und Beratung, dem Beratungs- und Bildungsdienstleister der Provadis-Gruppe.

          Eine erste Informationsquelle sind die Stellenanzeigen. Auf der eigenen Website präsentieren die Unternehmen zudem teilweise Videos und Berichte von Ex-Trainees. „Viel kann auch das direkte Gespräch mit Unternehmensvertretern etwa auf einer Recruitingmesse oder auf anderen Veranstaltungen an der Hochschule bringen. So kann man auch schon etwas zur Kultur im Unternehmen erfahren“, sagt Dorothee Pfeuffer, Leiterin für Personalmarketing und Recruiting bei der Commerzbank.

          Das Timing muss stimmen.

          Genauso wie es keine inhaltlichen Standards gibt, gibt es keine festen Termine, wann Traineeprogramme beginnen. „Um keine interessanten Angebote zu verpassen, sollte man sich auf den großen Jobportalen einen Alert einrichten, der regelmäßig die Listen filtert“, sagt Müller. Er empfiehlt, ein Jahr vor Studienabschluss mit der Recherche zu beginnen. Wann ein Traineeprogramm startet, liegt ganz bei dem jeweiligen Unternehmen. Manche schreiben Stellen regelmäßig für Frühjahr und Herbst aus, andere nur nach Bedarf. So kann die Bewerbungsfrist im Schnitt zwischen drei und sechs Monaten liegen. Initiativ kann man sich für Traineeprogramme nicht bewerben. „Dann weiß man ja gar nicht, um welche konkrete Stelle und welche Anforderungen es geht, und kann seine Bewerbung nicht entsprechend anfertigen“, sagt Jana von Puttkamer, verantwortlich für das Hochschulmarketing bei dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim.

          Die berufliche Ausrichtung sollte klar sein.

          Zwar heißt es oft, dass man sich mit einem Traineeeinstieg erst einmal noch Zeit zur beruflichen Orientierung sichert. „Die Unternehmen erwarten allerdings schon bei der Bewerbung, dass die Kandidaten genau wissen, ob sie später als Führungskraft oder eher als Fachspezialist arbeiten wollen“, weiß Inga Freienstein, Leiterin des C³ Cologne Career Centers, dem Karrierezentrum der Rheinischen Fachhochschule Köln. Dementsprechend sind auch die Programme ausgerichtet. „Uns ist es wichtig zu wissen, ob sich die Bewerber für das Traineeprogramm als zukünftige Führungskraft sehen, ob sie etwa ein starkes strategisches Denken mitbringen“, sagt von Puttkamer.

          Das Bewerbungsschreiben – Schlagworte meiden!

          Im Bewerbungsschreiben soll der Bewerber einen Bezug zwischen seinen eigenen Fähigkeiten und den Anforderungen aus der Stellenanzeige schaffen. „Das klingt zwar banal, ist es aber nicht“, warnt von Puttkamer. Es gehe nicht darum, einfach Schlagworte aufzuschreiben wie „teamfähig“ oder „diszipliniert“. Besser sei es, Beispiele zu bringen, die belegen, wo man die gewünschten Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt hat. „Viele vertun die Chance, Werbung für die eigene Person zu machen, indem sie nur ihren Lebenslauf noch einmal ausformulieren. Das sollte man vermeiden“, fügt Müller hinzu. Wichtig ist für Pfeuffer von der Commerzbank außerdem, möglichst kurz und knapp zu formulieren und zu erläutern, warum gerade dieses Angebot zu einem passt.

          Referenzen angeben.

          Neben Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnissen punkten Bewerber oft, wenn sie auch Referenzen, zum Beispiel von ehemaligen Arbeitgebern aus dem Praktikum oder eventuell auch Professoren, beilegen. „Diese Referenz sollte so individuell wie möglich formuliert sein. Profis in den Personalabteilungen erkennen sehr schnell die wenig aussagekräftigen Textbausteine“, erläutert Pfeuffer.

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