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Informatiker gesucht : Trail and Error

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Feste Struktur und Sicherheit

Anders als im Start-up, wo Informatiker zwar viel Freiheit genießen, aber oft auf sich allein gestellt sind, bieten Großkonzerne Berufseinsteigern eine gewisse Struktur und damit auch Sicherheit. „Der Einstieg ist leichter, weil man mehr Rückhalt von erfahrenen Kollegen hat“, sagt Personalberater Corominas. „Fehler eines Berufseinsteigers wiegen deshalb nicht so schwer wie beispielsweise bei einem Start-up, wo im schlimmsten Fall ein Projekt scheitern kann.“ Dafür ist der Wechsel zwischen den einzelnen Unternehmensbereichen in einem Konzern nicht so einfach wie in der Beratung und das Umfeld oft nicht so agil und flexibel wie im Start-up. Weil der Markt hart umkämpft ist, locken große Unternehmen IT-Absolventen daher verstärkt mit weichen Faktoren. 

Der Zulieferer Bosch etwa wirbt mit einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie um Talente im IT-Bereich. „Wir schauen auf die Ergebnisse der Arbeit unserer Mitarbeiter. Mobiles Arbeiten ist daher kein Problem, wir fördern es sogar“, sagt Vera Winter, die bei Bosch für den Bereich Nachwuchsgewinnung und Talentbindung verantwortlich ist. Die schleichende Abkehr von der Präsenzkultur ist auch eine Reaktion auf die veränderten Bedürfnisse und Wünsche der sogenannten Generation Y, also der jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren, die dafür bekannt sind, Althergebrachtes in Frage zu stellen. Die große Mehrheit der heutigen IT-Absolventen gehört dieser Altersklasse an.

Alternative zur Cloud

Für Florian Berg war die Heimarbeit ein Grund, weshalb er sich nach der Promotion für Bosch als Arbeitgeber entschieden hat. Seit einem halben Jahr entwickelt er dort Lösungen für Situationen, in denen die Cloud nicht in Frage kommt, etwa weil Daten zu sensibel oder die Mengen zu gewaltig sind. Er ist Vater eines einjährigen Sohns. „Flexibilität war bei der Wahl meines Arbeitgebers ein wichtiges Kriterium“, sagt Berg.

„Schlagwörter wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten finden sich mittlerweile in vielen Stellenanzeigen für Informatiker. Ob Unternehmen dieses Versprechen halten und der Job auch inhaltlich und persönlich überzeugt, findet man jedoch nur durch Ausprobieren aus“, sagt Personalberater Corominas. „Trial and Error“ also.

Als sich Valeria Reifschneider für Capgemini als erste Station ihres beruflichen Lebens entschied, hätte sie auch völlig danebenliegen können. Am Ende war es allein der sympathische Eindruck beim Vorstellungsgespräch, der die Absolventin dazu brachte, der Beratungsgesellschaft zuzusagen. „Man ist mit seinem Job nicht verheiratet“, sagt Reifschneider. „Wenn man feststellt, dass man sich im gewählten Beruf nicht weiterentwickelt, dann kann man als Informatiker leicht wechseln. Sich das klarzumachen nimmt viel Druck aus der Situation.“ Reifschneider hatte allerdings ein glückliches Händchen. Sie ist ihrem ersten Arbeitgeber bis heute treu geblieben.

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