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Arbeitszufriedenheit : Die große Mehrheit der Deutschen geht gern zur Arbeit

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Nette Beschäftigung: Die meisten Deutschen gehen gerne zur Arbeit Bild: Picture-Alliance

Selbst unter Geringverdienern ist die Zufriedenheit hoch. Eine Gruppe beklagt sich jedoch auffallend oft.

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          Allen Klagen über steigende Belastungen am Arbeitsplatz und prekäre Beschäftigung zum Trotz: Die große Mehrheit der Berufstätigen ist mit ihrem Job zufrieden und geht gerne zur Arbeit. Dies trifft auch  unabhängig von der konjunkturellen Lage zu, wie eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ergab. „Die Beschäftigten werden in konjunkturell schlechten Zeiten nicht deshalb zufriedener, weil sie froh sind, überhaupt einen Job zu haben“, konstatiert Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte des DIW. Umgekehrt würden sie in Aufschwungphasen nicht automatisch anspruchsvoller in der Beurteilung ihrer Arbeit. Die Untersuchung stützt sich auf Daten des im Auftrag des DIW erhobenen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), die bis ins Jahr 2013 reichen.

          Unzufriedene wechseln schneller

          Nur jeder achte Erwerbstätige hatte 2013 angegeben, eher unzufrieden mit seiner Arbeit zu sein, heißt es in der Mitteilung des DIW. Dazu zählten vor allem Zeitarbeiter und Arbeitslose, die höchstens 15 Stunden in der Woche arbeiten. „Wahrscheinlich gilt für Leiharbeiter dasselbe wie für die registrierten Arbeitslosen, die einer bezahlten geringfügigen Arbeit nachgehen: Ein erheblicher Teil wünscht sich wohl eine bessere Beschäftigungsalternative“, sagt Brenke. Die unzufriedenen Arbeitnehmer haben im Untersuchungszeitraum eher die Arbeitsstelle gewechselt als die, die nichts zu bemängeln hatten. Die meisten von ihnen gaben später an, dass sich der Wechsel gelohnt habe.

          Skeptiker beklagen sich eher

          Auch die Persönlichkeit übt einen messbaren Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit aus, teilte das Institut mit. Unter den Unzufriedenen sind demnach relativ häufig Personen, die angeben, oft ängstlich oder häufig ärgerlich zu sein, die sich vergleichsweise selten glücklich fühlen und die laut eigenen Angaben weniger optimistisch in die Zukunft schauen. Ein weiterer Faktor für das Ausmaß der Zufriedenheit ist, inwieweit ein Erwerbstätiger das Gefühl hat, für seine Arbeit gerecht entlohnt zu werden. Doch selbst von denen, die 2013 auf einen Bruttostundenlohn von weniger als 8,50 Euro (dem heutigen Mindestlohn) kamen, war auch nur jeder Achte mit dem Job unzufrieden. Während die Arbeitszufriedenheit Anfang der 1990er Jahre in Ostdeutschland wegen der Umbruchsituation deutlich niedriger ausfiel als im Westen, lässt sich ein solches Gefälle heute nicht mehr feststellen.

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