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Studentenjobs : Immer noch Aushilfskraft

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Kellner: Noch immer einer der beliebtesten Studentenjobs

Kellner: Noch immer einer der beliebtesten Studentenjobs Bild: AFP

Studenten sammeln auf Aushilfsstellen wichtige Berufserfahrungen. Nach dem Abschluss überbrücken sie dort die Zeit der Bewerbung. Manche bleiben aber zu lange - und gefährden ihre Karriere.

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          Nach der Vorlesung noch in der Bar kellnern, in den Semesterferien in der Buchhandlung aushelfen oder auf der Einkaufsstraße Passanten ansprechen - Danny Kummer hatte schon viele Stellen neben dem Studium. Gerade in den ersten Studiensemestern gehörte das Jobben für den Betriebswirtschaftsstudenten aus Köln zum Alltag. „Zu Beginn des Studiums ging es mir vor allem darum, nebenbei etwas dazu zu verdienen“, sagt der 27-Jährige, der gerade seine Diplomarbeit schreibt. Im Hauptstudium wählte er seine Aushilfsstellen dann gezielter: „Je konkreter meine Berufsvorstellungen wurden, desto mehr habe ich mir Stellen ausgesucht, in denen ich auch fachlich etwas lernen konnte, zum Beispiel als Hilfskraft am Marketing-Lehrstuhl und als Werkstudent in der Marketing-Abteilung eines großen Konzerns.“

          Wie Danny Kummer nutzen die meisten Studenten Nebenjobs, um ihr Studium zu finanzieren und erste Berufserfahrungen zu sammeln. Die Doppelbelastung aus Arbeit und Studium ist zwar anstrengend - kann sich aber lohnen. „Nebenjobs sind gut für die spätere Karriere. Allerdings vor allem dann, wenn sie auch etwas mit dem Studienfach und Berufswunsch zu tun haben“, sagt Gregor Fabian, Absolventenforscher in der HIS Hochschul-Informations-System GmbH. „Studenten können dann Berufserfahrung sammeln und erste Kontakte für ihre Wunschberufe knüpfen.“ Allerdings steht für viele Studenten wohl doch eher das Geldverdienen im Vordergrund - sie sind auf Aushilfsstellen angewiesen, um sich finanziell über Wasser zu halten. Nicht mal ein Drittel der Studenten entscheidet sich gezielt für Stellen, die sie auf ihren späteren Beruf vorbereiten, wie eine Studie des Darmstädter Beratungsunternehmens Univativ unter 1200 Studenten an 60 deutschen Hochschulen zeigt. Sie arbeiten zum Beispiel als wissenschaftliche Hilfskräfte, in Fachabteilungen von Unternehmen oder als Nachhilfelehrer. Stellen als Werkstudent in Unternehmen sind bei karrierebewussten Studenten besonders beliebt: Sie gelten als idealer Karriereeinstieg.

          Mehr als die Hälfte der Studenten jedoch wählt Arbeitsplätze, die eher nicht auf das Berufsleben vorbereiten. Sie arbeiten zum Beispiel in der Gastronomie, im Verkauf, in der Produktion oder bei Promotion-Einsätzen. „Die finanzielle Abhängigkeit von diesen fachfremden Stellen kann für Studenten zum Karrierenachteil werden“, sagt Helga Krausser-Räther, Karriereberaterin aus Frankfurt. Denn wegen des Geldverdienens fehlt oft die Zeit für Praktika und Auslandssemester. Viele Studenten sind zudem auch nach dem Abschluss weiter auf ihre Aushilfsstellen angewiesen, um die Bewerbungsphase nach dem Studium zu überbrücken. „Um den Übergang in den Beruf zu überbrücken, ist das eine sinnvolle Lösung“, sagt Krausser-Räther. „Allerdings sollte man nach dem Studium nicht länger als ein halbes bis dreiviertel Jahr in fachfremden Nebenjobs hängenbleiben“, warnt sie.

          Wer die Aushilfsstelle für lange Zeit zum Hauptberuf macht, läuft nämlich Gefahr, dass Personalchefs nicht mehr den motivierten Absolventen sehen - sondern die Bürohilfskraft, die Assistentin oder den Kellner mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung. „Den Absprung in den eigentlichen Traumberuf zu schaffen wird dann immer schwieriger“, sagt Krausser-Räther. Ein Karriereknick kann selbst bei der Langzeit-Aushilfsstelle in der Wunschbranche drohen - wenn der Arbeitsplatz in der Unternehmenshierarchie weit unter einer typischen Einstiegsposition für Akademiker liegt. Wer hofft, als Kabelträger beim Fernsehen, als Aushilfe im Archiv des renommierten Forschungsinstituts, als Sekretärin in der Wunsch-Abteilung eines Unternehmens einen Fuß in der Tür zum Traumberuf zu haben, kann sich gewaltig irren: Wenn der Chef die Absolventen nur als Mädchen für alles oder als den netten Typ kennt, der immer den Kaffee bringt und das Archiv aufräumt, sind das nicht die besten Voraussetzungen für einen Einstieg als angehende Führungskraft oder in die Wunschkarriere.

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