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Studenten an der Pille : Fünf Prozent nehmen leistungssteigernde Mittel

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Missbrauch von Medikamenten ist an Hochschulen weniger weit verbreitet als gedacht. Aber: Jeder zwanzigste Student hat sie schon einmal ausprobiert.

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          Leistungssteigernde Medikamente scheinen an deutschen Hochschulen zum Alltag zu gehören, zumindest wenn man den Medienberichten des letzten Jahres Glauben schenkt. Eine Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums widerlegt nun diese These. Laut der Untersuchung des Instituts für Hochschulforschung (HIS) hat die große Mehrheit der Studenten keine Erfahrung mit Hirndoping.

          Etwa fünf Prozent von den knapp 8.000 Studierenden, die im Wintersemester 2010/11 an der Online-Befragung teilgenommen hatten, gaben an, verschreibungspflichtige Medikamente, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, Psychostimulanzien oder Aufputschmittel einzunehmen, um die Studienanforderungen besser bewältigen zu können. Die große Mehrheit von ihnen greift allerdings selten bis sehr selten zu diesen Mitteln.

          Weitere fünf Prozent der Studierenden nehmen „weiche“ Mittel wie Vitaminpräparate, homöopathische und pflanzliche Substanzen und Koffein, um ihre Leistungen zu steigern.

          Warum nehmen manche Studenten diese Mittel?

          „Die Studierenden greifen besonders häufig zu Hirndoping, um Nervosität und Lampenfieber zu bekämpfen. Erst an zweiter Stelle steht das Ziel, die geistige Leistung zu steigern“, sagt Projektleiterin Elke Middendorff.

          So gehe die Bereitschaft zur Einnahme leistungssteigender Mittel mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen einher. Studenten, die Tabletten nehmen, sind doppelt so häufig nervös, angespannt, unsicher und gestresst als ihre Kommilitonen.

          Wer ist wann besonders anfällig?

          Die Studie zeigt: Männer und Frauen nehmen generell ähnlich häuft leistungssteigernde Medikamente. Unter den Studenten die “weiche“ Mittel nehmen, ist der Anteil der Frauen jedoch deutlich größer. Der Medikamentenmissbrauch tritt darüber hinaus bei älteren Studierenden eher auf als bei jüngeren. Es ist vor allem unter Studierenden der Bereiche Veterinärmedizin (18 Prozent) und Sportwissenschaft (14 Prozent) verbreitet. Am seltensten greifen Studierende der Studienbereiche Mathematik, Informatik, Geowissenschaften und Physik (je drei Prozent) zu den Medikamenten.

          Leistungsbeeinflussende Mittel nehmen die Studenten am häufigsten zur Vorbereitung auf Prüfungen ein. Für 55 Prozent der Studenten, die Medikamente missbrauchen, ist das eine typische Anwendungssituation. Fast ebenso viele (53 Prozent) greifen bei generellem Stress zu leistungssteigernden Substanzen. Die eigentliche Prüfungssituation ist für 45 Prozent der betroffenen Studenten der Anlass für die Einnahme entsprechender Mittel.

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