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Nach der Jahrhundertflut : Wie Studenten bis heute helfen

Die Studenten laufen durch die Innenstadt von Stolberg. Hier hatte das Wasser besonders viel Schaden angerichtet. Bild: Marcus Simaitis

Auch acht Monate nach der Flutkatastrophe helfen in Stolberg noch Freiwillige. Unter ihnen: eine Gruppe von Studenten. Sie führen durch eine geschundene Stadt, in der sie mit ihrem Engagement viel helfen konnten.

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          Wer mit Obaida Dehna durch die Stolberger Altstadt geht, muss ein wenig Geduld mitbringen. Denn der 27-Jährige ist stadtbekannt. Eine Nachfrage hier, ein Schulterklopfen da, Dankbarkeit und Respekt schlagen dem schmalen Mann entgegen. Mühelos wechselt er vom Arabischen ins Deutsche, Englische und wieder zurück. Der einst aus Syrien Geflüchtete gehört zu einer Gruppe Studierender der Sozialen Arbeit, die sich im vergangenen Sommer aufgemacht haben, den Flutopfern in Stolberg zu helfen, einer Stadt bei Aachen mit etwas mehr als 55.000 Einwohnern. Die 15 Frauen und Männer von der Katholischen Hochschule in Aachen, Katho genannt, helfen seit der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli bis heute. Für ihr „überobligatorisches Engagement und die Verbindung von Praxis und Wissenschaft“ haben das Deutsche Studentenwerk und der Hochschulverband sie jetzt als „Studierende des Jahres“ geehrt.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Einige der 15 Ausgezeichneten führen an einem kühlen Donnerstag durch die Talachse, wo in der Katastrophennacht der beschauliche Vichtbach innerhalb weniger Stunden die Altstadt flutete. Der Gang durch die geschundene Stadt führt zu einem müffelnden Militärzelt, das inzwischen abgebaut worden ist. Dort am Willy-Brandt-Platz wurden vom  Deutschen Roten Kreuz gesammelte Spenden in den ersten Tagen nach dem Drama verteilt. An der Ersthilfestation arbeiteten viele freiwillige Helferinnen und Helfer Hand in Hand, „Willy“ nannten sie das selbst organisierte Versorgungscamp liebevoll. Später gründeten sie den Verein „Gemeinsam weiter“. Immer mit dabei: die 15 Studierenden von der Katho.

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