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Stipendien : Danke, Studienstiftung!

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Viele Studenten träumen von einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Aber längst nicht jeder ist im Auswahlverfahren erfolgreich. Eine Teilnehmerin berichtet.

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          Ich blättere nervös in meinen Bewerbungsunterlagen. Die Worte meiner Mutter klingen mir noch in den Ohren. „Wir waren damals ein Wochenende eingesperrt, von der Außenwelt abgeschnitten. Es ging nur darum, wer am längsten durchhält. Die Hälfte ist schon nach einem Tag gegangen.“ Ob der Weg zur Studienstiftung des deutschen Volkes jemals wirklich so hart war, kann ich kaum überprüfen. Aber wie hart er heute ist, werde ich herausfinden. Es ist Freitagmittag, wir sitzen im Parkplatz vor der Jugendherberge Speyer, wo in ein paar Minuten das Auswahlseminar beginnt.

          Den ersten überraschenden Hinweis gibt eine Sprecherin des ältesten und größten Begabtenförderungswerkes in Deutschland schon zwei Stunden später, als sie uns noch einmal mit den wichtigsten Fakten über die Studienstiftung versorgt. Demnach sind wir alle keineswegs knallharte Konkurrenten. Denn von den 50 Anwesenden können theoretisch alle in die Stiftung aufgenommen werden - oder keiner. Durchschnittlich werde aber ein Drittel der Bewerber aufgenommen, sagt sie. Ich lerne außerdem, dass sich das Fördergeld, ähnlich wie das Bafög, am Einkommen der Eltern orientiert. Auch diejenigen Stipendiaten, die deshalb keinen Anspruch auf ein „Lebenshaltungsstipendium“ haben, erhalten aber 80 Euro Büchergeld.

          Feuchte Hände vor dem Einzelgespräch

          Der große Unterschied zum Bafög ist natürlich, dass man die Mittel nicht zurückzahlen muss. Womöglich noch interessanter als die finanzielle Unterstützung ist aber die ideelle Förderung. Es gibt zweiwöchige Sommerakademien mit verschiedenen Arbeitsgruppen, Sprachkurse und wissenschaftliche Kollegs, in denen sich die Stipendiaten in den nächsten zwei Jahren unter der Leitung zweier Dozenten mit bestimmten wissenschaftlichen Themen beschäftigen werden.

          Doch das ist Zukunftsmusik. Für das Wochenende werden die Bewerber in Sechsergruppen aufgeteilt, in der jeder ein 10 Minuten langes Referat hält, über das anschließend 20 Minuten diskutiert werden soll. Weniger klar ist, was in den zwei 40 Minuten dauernden Einzelgesprächen passieren wird, die jeder Bewerber mit Mitgliedern der Auswahlkommission führt. Es kursieren die wildesten Gerüchte. Einige sagen, es gebe ein „fachbezogenes Gespräch“. Andere behaupten, man werde über die neuesten Forschungsergebnisse oder politische Entwicklungen ausgefragt. An sich soll es jedoch Ziel des Gesprächs sein, die Angaben im Lebenslauf zu überprüfen und herauszufinden, ob der Gesprächspartner sein gutes Abiturergebnis durch logisches Denken oder nur durch Auswendiglernen erreicht hat.

          Wettbewerb oder Klassenfahrt?

          Zurück auf dem Zimmer tausche ich mit meinen Nachbarinnen Gedanken über die Stiftung aus. Im Gegensatz zu den anderen großen Begabtenförderungswerken ist die Studienstiftung partei- und konfessionsunabhängig. Ihre Bewerber werden von ihren Schulen oder Universitäten vorgeschlagen. Es wundert mich also nicht, dass ich zwischen Jahrgangsbesten, Preisträgern in Mathematik und langjährigen ehrenamtlichen Helfern sitze. Dabei sehen sie alle ganz normal aus!

          Das ganze Wochenende hat tatsächlich eher Klassenfahrts-, als Wettbewerbscharakter. Die korrekten Mathestreber und schleimigen Erste-Reihe-Sitzer, die ich erwartet hatte, scheinen zu Hause geblieben zu sein. Und an Freizeit mangelt es nicht, es gibt genug davon für lange Spaziergänge am nahe gelegenen Rhein und eine Erkundung der Innenstadt von Speyer. Das Angebot, mit ein paar Leuten noch in die Kneipe zu gehen, lehnen wir am ersten Abend trotzdem ab. Immerhin sollen wir am nächsten Morgen in der Diskussionsrunde unsere Referate präsentieren.

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