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Mein Start-up, Teil 4 : Start-up Karriere im E-Commerce | Im Portrait: Kisura

  • -Aktualisiert am

Inwiefern hat Ihnen das Studium bei der Gründung geholfen?
In unserem Studium belegten wir beide den Schwerpunkt Entrepreneurship. Die Unternehmenspraxis lehrt natürlich andere Inhalte als ein Studium, dennoch konnten wir Studieninhalte wie beispielsweise Unternehmensaufbau, -finanzierung und Leadership bereits gut gebrauchen. Und das Studium, insbesondere der geförderte Austausch mit anderen Gründern, hat uns dazu ermutigt, nicht zu lange mit der Selbständigkeit zu warten.

Was reizt Sie an der Start-up-Welt?
Mich reizt es, Neues zu schaffen und den Mut aufzubringen, Dinge zu verändern. Im Gegensatz zu großen Konzernen haben Start-ups keine Scheu davor, Prozesse täglich neu zu definieren und Innovationen möglich zu machen. 2008 galt es beispielsweise in Deutschland noch als absurd, Schuhe online zu verkaufen. Heute sind die betreffenden E-Commerce-Shops marktführend. Solche Innovationen sind nur möglich, weil es Menschen gibt, die sich an Unbekanntes heranwagen.

Welche Bedenken und Ängste hatten Sie vor Ihrer Gründung?
Angst kennen wir nicht. Für eine Gründung kurze Zeit nach dem Studium gibt es gute Argumente. Als Student ist man es gewohnt, mit knappen zeitlichen wie finanziellen Ressourcen umzugehen. Das Risiko ist also in den meisten Fällen überschaubar. Außerdem hat man als Gründer eine sehr steile Lernkurve. So viele unterschiedliche Erfahrungen wird man in kaum einem anderen Job nach dem Studium sammeln können.

Wie haben Sie Ihre Gründung finanziert?
Zu Beginn haben wir Eigenmittel investiert. Recht bald haben wir uns für eine Unterstützung durch Business-Angels aus dem Tech- und Mediabereich entschieden. Es war uns wichtig, nicht nur Geld ins Unternehmen zu holen. Wir wollten auch vom Wissen erfahrener Unternehmer profitieren.

Warum haben Sie sich gerade für ein Start-up im E-Commerce entschieden?
Linh und ich waren zuvor beide – auch als Angestellte – im E-Commerce tätig. Deshalb lag eine Gründung im Onlinehandel für uns auf der Hand. Gerade im Online-Modehandel steckt noch ein großes unausgeschöpftes Marktpotential. Die meisten Kundinnen kaufen ihre Kleidung noch immer im Laden. Mit Kisura wollen wir das Modell des klassischen Modehandels für Frauen weiterentwickeln.

Welche Tipps haben Sie für Studenten, die sich nach dem Studium selbständig machen wollen?
Zunächst einmal sollte man herausfinden, welcher Gründertyp man ist: der Analytiker, den Geschäftskonzepte und Analysen nach vorne bringen, oder eher der Intuitive, den Idee und Vision antreiben? Der nächste wichtige Schritt wäre, das Produkt aus Markt- und Kundenperspektive zu betrachten. Und schließlich: Man sollte keine Angst davor haben, mit anderen über die eigene Idee zu sprechen. Die Angst vor einem Ideenklau ist oft unberechtigt, und gutes Feedback bringt die Ideenentwicklung weiter.

Was zeichnet das Unternehmensklima bei Kisura aus?
Die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben sind bei uns wie in jedem Start-up fließend. Ein Unternehmen aufzubauen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Deswegen gibt es bei Kisura keine klassischen Nine-to-Five-Jobs. Dafür profitieren wir von flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen.

Und was ist mit dem obligatorischen Start-up-Kicker im Besprechungsraum?
Wir haben keinen Kicker – leider. Das liegt wohl an dem geringen, aber steigendem Männeranteil in unserem fast 40-köpfigen Team. Dafür gibt es regelmäßige Prosecco-Abende.

Was sind die wichtigsten Einstellungskriterien?
Wir sind noch ein sehr überschaubares Team mit offenen, transparenten Strukturen. Deswegen kommt es bei uns neben dem Uni-Abschluss, darauf an, ob der Bewerber ins Team passt. Außerdem zählen auch die außeruniversitären Erfahrungen. Wer bei uns anfängt, muss anpacken können.

Tipps von Gründern für Gründer:

  • Was wir wieder so machen würden: Das Team nachhaltig aufbauen
  • Was wir anders machen würden: Von Anfang an die Nachbarräume mit dazumieten und mehr Platz für den Operationsbereich einplanen
  • Diese Eigenschaft zeichnet uns aus: Hands-on-Mentalität, Leidenschaft für unser Produkt und natürlich ein gute Portion Humor
  • Unsere drei wichtigsten Einstellungskriterien: 1. Company Fit 2. das passende Skill Set 3. relevante Praxiserfahrung

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