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Stadtentwicklung als Studiengang : Arbeiten an der Stadt der Zukunft

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Was ist zu beachten, damit Städte funktionieren?

Auch die TU Berlin hat einen gesonderten Studiengang aufgelegt, den Master in „Urban Management“. Er läuft bereits seit 2005 und beschäftigt sich mit dem „Funktionieren von Städten“, wie die Koordinatorin Bettina Hamann erklärt. „Das ist eine sehr interdisziplinäre Aufgabe. Wir fragen uns: Was ist zu beachten, damit Städte funktionieren? Wie kommen Entscheidungen zustande?“ Hamann nimmt jedes Jahr nur 20 Studierende auf. „Wir verzeichnen einen großen Anstieg der Bewerberzahlen“, sagt sie. Viele Bewerber kommen auch aus dem Ausland; Schwellenländer wie China und Brasilien legen derzeit Förderprogramme auf, um die Planer für die Städte von morgen in Deutschland ausbilden zu lassen. So arbeitet auch der Absolvent Kurdo Abdullsamad inzwischen wieder in seinem Heimatland, dem Irak. Abdullsamad leitet dort das Stadt-Entwicklungsprogramm der Region Dohuk.

Wegen der großen Nachfrage aus dem Ausland hat die TU Harburg einen „Joint European Master in Environmental Studies, Cities and Sustainability“ aufgelegt, der in Kooperation mit der Europäischen Union durchgeführt wird. „Es bewerben sich jedes Jahr mehrere hundert Studienwillige aus aller Welt“, sagt Wolfgang Calmano, Professor für Wasser- und Umweltchemie und mitverantwortlich für den Studiengang. Für den zweijährigen Master stiftet die EU rund 15 Stipendien zu jeweils 48 000 Euro, dazu kommen Selbstzahler, so dass Calmano jedes Jahr rund 25 bis 30 neue Studenten begrüßt. Wichtig ist der frühe Kontakt zur Industrie: „Die Studierenden nutzen kräftig die Möglichkeit, ihre Projekt- und Masterarbeiten mit Industrieunternehmen zu schreiben“, sagt Calmano. Die TU bietet verschiedene Vertiefungen an, denn der Studiengang umfasst die Gebiete Nachhaltigkeit, Stadtplanung für die Zukunft und Umweltmanagement.

“Wir wollen unsere Studenten mit dem Rüstzeug ausstatten, um urbane Problemlagen identifizieren zu können“, sagt Studiengangs-Koordinator Stephan Köster. „Unsere Absolventen sollen vergegenwärtigen, dass die Aufgaben, die vor uns liegen, in ein Geflecht von politischen und gesetzlichen Vorgaben eingebettet sind und von vielen nichttechnischen Dingen bestimmt werden.“ Köster zufolge mangelt es dabei nicht an hochfliegenden Plänen, wie die Städte der Zukunft aussehen könnten. „Viele Stadtutopien spielen mit Superlativen, die möglichst alles in sich vereinen wollen: Arbeiten und Wohnen, Grünflächen und Wohlfühlen.“ Trotzdem sei der Begriff einer umweltgerechten Stadt der Zukunft nach wie vor erstaunlich unkonkret. „Wir haben noch viel luftleeren Nachhaltigkeitsraum zu füllen“, sagt Stephan Köster, „deshalb liegen wir mit unserem Master genau richtig.“

Diesen Mangel an Trennschärfe sehen auch andere Universitäten. „Wir haben im Vorfeld mit vielen Experten gesprochen, die im Bereich der Stadtplanung arbeiten. Sie sagten unisono, dass in diesem Bereich oftmals sowohl Ingenieure als auch Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaftler zusammen an einem Projekt arbeiten, die sich aber erst nach und nach verstehen“, erklärt Elke Hochmuth von der Universität Duisburg-Essen. „Viele Begriffe sind noch nicht klar genug definiert - zum Beispiel Smart Cities.“ Stephan Köster spricht gerne von „lebenswerter Stadt“, wenngleich der Begriff ähnlich unkonkret ist. Andererseits ermöglicht die Unschärfe den Absolventen, in vielen Bereichen zu arbeiten: in Unternehmen, Behörden oder Nichtregierungsorganisationen. „Wir haben die günstige Situation, dass wir nicht am Markt vorbei ausbilden“, sagt Köster.

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