https://www.faz.net/-gyl-a151z

Springer-Verlag und China : Viel Verständnis für Zensoren

  • -Aktualisiert am

Der Verlag Springer Nature auf der Internationalen Buchmesse im chinesischen Bejing. Bild: AP

Der Großverlag Springer Nature macht sich mit Chinas Zensur gemein. Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen sieht darin kein Problem – und macht weiter mit ihm Geschäfte. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Dao“ war für mich lange Zeit die bedeutendste Zeitschrift für mein Gebiet, die klassische chinesische Philosophie. 2017 erhöhte der Verlag, Springer Nature, den Preis für ein Jahresabonnement um sechzig Prozent auf über 800 Euro. Die Abteilung für Geschichte und Philosophie Chinas der Ruhr-Universität musste daraufhin das Abonnement beenden, denn ein Fünftel des Etats für eine einzige Zeitschrift mit vier dünnen Heften im Jahr zu reservieren, war nicht zu verantworten. Eine Zeitschrift im Übrigen, die ihren Autoren keinen einzigen Cent bezahlt.

          Mit den Leistungen anderer möglichst reich zu werden ist kein Alleinstellungsmerkmal des Hauses Springer. Es gilt namentlich für ein Oligopol dreier preistreibender Konzerne, die es geschafft haben, Tausende von Zeitschriften zusammenzukaufen, und mittlerweile „in der Wissenschaft als das Verlag gewordene Übel gelten“. Mit dem ersten der drei, Wiley, hat das Projekt Deal der deutschen Allianz der Wissenschaftsorganisationen (sie umfasst Alexander von Humboldt-Stiftung, Leopoldina, DAAD, DFG, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Wissenschaftsrat und Hochschulrektorenkonferenz) im vergangenen Jahr eine Open-Access-Vereinbarung abgeschlossen, die in dieser Zeitung als „Verkauf der Wissenschaft“ bezeichnet wurde, nicht ohne Replik der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+