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Sprachreisen : „Sprachreisen werden zum Lifestyleprodukt“

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Welchen Anteil am Lernerfolg hat die Unterbringung bei einer Gastfamilie?

Die Gastfamilie ist nach wie vor die am meisten gebuchte Unterkunft. Einerseits ist es die günstigste Unterbringung, andererseits auch die beste Möglichkeit, wenn es um die Anwendung der Sprache geht. In der Gastunterkunft wohnen idealerweise nicht mehr als zwei deutschsprachige Gäste. Auf Wunsch ist aber auch die gemeinsame Unterbringung mit Freunden möglich und gegen Aufpreis die Option „einziger deutschsprachiger Gast“. Alternativunterkünfte, wie Studentenresidenzen, Gemeinschaftswohnung oder Apartment sowie Hotel, gibt es natürlich auch. Hier stehen vielleicht der Spaßfaktor und das Kennenlernen Gleichaltriger etwas mehr im Vordergrund.

Haben Studenten andere Erwartungen an eine Sprachreise als andere Gruppen?

Grundsätzlich sind Sprachreisen in jedem Alter sinnvoll. Es gibt natürlich Unterschiede beim Budget und den Anforderungen. Erwachsene, unter die wir auch Studenten zählen, machen bei Buchungen von Sprachreisen 40 Prozent aus. Den größten Anteil haben Schüler mit 60 Prozent. Bei Schülern ist ein altersgerechtes Freizeitprogramm begleitend zu den Sprachkursen wichtig. Studenten können sich im Gastland selbständiger bewegen als Schüler und bringen meist auch mehr Vorkenntnisse in der Sprache mit. Das macht individuellere Kursbuchungen möglich.

Haben Terrorwarnungen und die globale Sicherheitslage Auswirkungen auf die Buchungen von Sprachreisen?

Die derzeitige globale Sicherheitslage hat die Entscheidungen hinsichtlich Auslandsaufenthalten oder Reisen nicht gerade positiv beeinflusst. So stellen wir fest, dass die Buchungen nun eher kurzfristig getätigt werden. Vor allem Eltern, die eine Sprachreise für ihre Kinder buchen, setzen noch stärker auf Qualitätsangebote renommierter Veranstalter und bevorzugen als sicher geltende Länder.

Wie findet man einen seriösen Veranstalter?

Wichtig ist, zu prüfen, ob der Veranstalter Mitglied eines Verbands ist und ob es sich um einen Sprachreiseveranstalter oder nur um einen -vermittler handelt. Ein Veranstalter hat bereits die besten Schulen und Programme ausgewählt, kann kompetent beraten, kümmert sich um alle Belange vor, während und nach der Reise und steht bei eventuellen Konfliktfällen zur Seite. Außerdem genießt man nur dann den Schutz des deutschen Reiserechts und erhält den Reisepreis-Sicherungsschein. Wer hingegen bei einem Sprachreisevermittler bucht, reist unter dem Reiserecht des jeweiligen Ziellandes. Der Vertrag wird zwischen dem Kunden und der Partnerschule im Ausland geschlossen. Kosten für Auslandsüberweisungen müssen selbst getragen werden, und die Reiseunterlagen erhält man meist nur in englischer Sprache direkt von der Sprachschule. Der Vermittler übernimmt keine Haftung für die angebotene Sprachreise, und der Kunde ist nicht über das deutsche Reiserecht abgesichert.

Von welchen Erwartungen sollte man sich möglichweise schon im Vorfeld einer Sprachreise verabschieden?

Einige glauben vielleicht, dass ein zweiwöchiger Kurs eine Verbesserung der Schul- oder Uninote um ein oder zwei Stufen leisten kann. Diese Erwartung wird sich leider nur selten erfüllen. Sicherlich wird aber eine grundsätzliche Verbesserung in der Beherrschung der Fremdsprache eintreten. Außerdem wird vielleicht das Interesse an der Sprache auf einem anderen Niveau geweckt. Grundsätzlich hängt die sprachliche Verbesserung damit zusammen, wie lange man die Sprachreise plant, wie intensiv der Sprachkurs und wie groß die Gruppe ist. Wer dann noch offen für die jeweilige Kultur ist, der wird einen spannenden und erfolgreichen Sprachaufenthalt haben.

Das Interview führte Markus Huth. 

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