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Schuldenbremse : Einsparungen bei Sprach-Kitas sind ungerecht

Ein guter Sprachstand in der Vorschulzeit legt den Grundstein für die spätere Bildungsbiographie. Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Zum Ende des Jahres will der Bund überraschend das Förderprogramm für Sprach-Kitas auslaufen lassen. Ein Gespräch mit der Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Anders über die Folgen.

          5 Min.

          Was genau sind Sprach-Kitas? Seit wann gibt es sie?

          Uwe Ebbinghaus
          Redakteur im Feuilleton.

          Yvonne Anders: Sprach-Kitas sind ein Bundesprogramm, mit dem inzwischen jede achte Kita in Deutschland gefördert wird. In Sprach-Kitas, die einen besonderen Förderbedarf nachweisen müssen, soll die alltagsintegrierte sprachliche Bildung vorangetrieben werden, das heißt, dass beispielsweise Essens-, Spiel- oder Wickelsituationen als Gesprächsanlässe aufgegriffen werden und für die Wortschatzerweiterung, die Entwicklung grammatikalischer Kompetenzen und die Motivation zur Sprechfreude genutzt werden. Weitere Ziele sind es, die Zusammenarbeit mit den Familien und die Inklusion sowie in der aktuellen Programmphase die digitale Medienbildung zu verbessern. Im Rahmen des Bundesprogramms wird in den ausgewählten Kitas die zusätzliche Fachkraftstelle einer Sprachexpertin beziehungsweise eines Sprachexperten eingerichtet – insgesamt sind es in Deutschland derzeit mehr als 7000 halbe Stellen –, die ausdrücklich von der Betreuung von Kindern freigestellt wird, sie ist ausschließlich dafür zuständig, die Team-Entwicklung voranzutreiben. Zusätzlich fördert das Bundesprogramm Fachberatungsstellen, deren Aufgabe es ist, mit Verbünden von Sprach-Kita-Einrichtungen die Qualität zu verbessern und kontinuierlich fachliche Unterstützung bereitzustellen. Das Sprach-Kita-Programm existiert seit 2016, es gab aber schon einen Vorgänger – das Programm „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“. Der Bund fördert diesen Bereich also schon seit etwa zehn Jahren.

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