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Berufsprofile in Social Media : Image aus dem Netz

@emulution informiert das Netz über die Jugend von heute. Bild: emulution/TikTok

Ein sarkastischer Pfleger, ein Lehrer in Sneakers, die modische Studentin oder der politische Jurist. Heutzutage kommt das Image von Berufen gerne von Personen aus den sozialen Medien. Vier Rezensionen.

          5 Min.

          Die modische Studentin

          Das Medizinstudium hat den Ruf, einer der härtesten Studiengänge zu sein. Einen näheren Einblick in den Uni- und Berufsalltag erhält man auf dem Insta­gram-Account „juleunddiemedizin“. Jule ist nach eigenen Angaben Medizinstudentin im letzten Jahr und bloggt über das Studium und ihr Leben – was etwa 17.600 Abonnenten interessiert. In ihrer Biographie gibt sie über sich preis, dass sie in Leipzig wohnt, Musicals und Secondhandmode liebt.

          Doreen Dormehl
          Redakteurin für Social Media.
          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Manon Priebe
          Redakteurin für Social Media.

          Instagram ist eine Foto-Plattform, trotzdem schafft es Jule, anonym zu bleiben. Man sieht sie mal von der Seite auf der Treppe sitzend, mit Smartphone vor dem Spiegel oder ihre Rückansicht etwa vor der Helios-Klinik in Leipzig, doch ihr Gesicht – bis auf kleine Ausschnitte – erkennt man nicht. Die modebewusste junge Brünette weiß sich dennoch in Szene zu setzen. Ihr Profil ist ein Spagat aus Klinik- und Uni-Alltag und dem Mode-Influencer-Dasein, womit sie teilweise auch Geld verdient; etliche Beiträge sind als Werbung gekennzeichnet.

          Dennoch erfährt man viel über Jule und ihren Beruf: dass sie ihr erstes Staatsexamen in der Tasche und jüngst ihr praktisches Jahr in der inneren Medizin begonnen hat zum Beispiel. Vor fünf Jahren nahm die gebürtige Bambergerin ihr Studium auf, das „unfassbar schnell rum“ ging. Nach der stressigen Prüfungszeit gönnte sie sich erst mal eine Auszeit, um ihren Hobbys nachzugehen: im Medizin-Chor singen, Serien schauen, „Animal Crossing“ spielen. Und Social Media natürlich. Neben Instagram bloggt sie auf einer eigenen Website, wo man noch mehr erfährt, etwa dass sie später gerne in die Pädiatrie möchte und sich schon heute im sogenannten Teddybärkrankenhaus engagiert, das Kindern die Angst vor Arztbesuchen nehmen soll.

          Account einer guten Freundin: Medizinstudentin Julia Kwasniak.
          Account einer guten Freundin: Medizinstudentin Julia Kwasniak. : Bild: juleunddiemedizin/Instagram

          In ihren Highlights (eine nach Themen sortierte Übersicht kurzer Bildstrecken) kann man ihren ersten Tag in der Klinik nachverfolgen, erhält Ratschläge, wie man Patienten richtig reanimiert, wo man seine Haare nach dem Friseurbesuch an Krebspatienten spenden kann, oder man erfährt, warum Blutspenden wichtig ist. Dazwischen liegen Beauty-Tipps – eine manchmal bizarre, aber durchaus erfolgreiche Mischung.

          Wer Fragen zum Medizinstudium hat, findet mit Jules Account eine Anlaufstelle. Auf ihrem Instagram-Profil bleibt die angehende Ärztin zwar anonym, jedoch ging sie im Juli 2019 den Schritt in die Öffentlichkeit und ließ die Leipziger Volkszeitung über sich berichten. Seither wissen ihre Fans, dass sie in Wirklichkeit Julia Kwasniak heißt und wie ihr Gesicht aussieht. Dem Lese-Gefühl, hier dem Account einer guten Freundin zu folgen, hat das womöglich noch mehr Auftrieb gegeben.

          Doreen Dormehl

          Der poltische Jurist

          Wenn Juristen untereinander sind, haben sie eigentlich immer eine gemeinsame Gesprächsgrundlage. Anekdoten aus dem Referendariat hat jeder parat. Und wenn es zum Battle im Meinungsstreit rund um den Erlaubnistatbestandsirrtum geht (ein Wort, bei dem sich Nichtjuristen entnervt wegdrehen), gewinnt der Kenner aller Theorien ein Schmunzeln seines Gegenübers. Im wahren Leben wie auch im virtuellen Raum.

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