https://www.faz.net/-gyl-8yt4b

Wichtige Versicherungen : So sollten sich Berufsstarter versichern

  • -Aktualisiert am

Zu den Versicherungen, die nicht zwangsläufig nach dem Berufseinstieg abgeschlossen werden müssen, gehört eine private Pflegeversicherung. Da immer mehr Menschen im Alter auf professionelle Pflege angewiesen sind und eine angemessene Versorgung teuer ist, sollte man sich schon während der ersten Berufsjahre mit dem Thema beschäftigen. Strobel sagt: „Der Baustein ist jungen Menschen gewiss schwer zu vermitteln, aber eine private Pflegeversicherung hilft im Alter im Falle des Falles ungemein.“

Wenig Zuspruch erfährt die Rechtsschutzversicherung. Das liegt entscheidend daran, dass es keinen lückenlosen Rundumschutz gibt und gut abdeckende Policen rund 300 Euro im Jahr bei 150 Euro Selbstbehalt kosten. Diese Gehaltsminderung spürt nahezu jeder Berufseinsteiger.

Fans einer privaten Altersvorsorge gibt es dagegen zuhauf – kein Wunder angesichts einer zu erwartenden großen Lücke zwischen dem Wunsch nach einem gleichbleibenden Lebensstandard im Alter und einer vergleichsweise niedrigen gesetzlichen Rente. Wer also vom Gehalt etwas übrig hat, sollte für das Alter vorsorgen – und kann damit von den Zinseszinsen profitieren. „Es gibt nicht das eine Produkt oder die eine Anlageform. Auch bei der Altersvorsorge bestimmt der individuelle Bedarf die Produktauswahl“, sagt Verbraucherschützerin Becker-Eiselen. Sie nennt beispielhaft Sparpläne mit Indexfonds.

Können einige dieser Versicherungen und Finanzanlagen einfachheitshalber bei einem Anbieter abgeschlossen werden? Daniel Friedheim vom Versicherungsvergleichsportal Check 24 meint: „Produkte sollten nicht gebündelt werden, da keine Versicherung in allen Produkten der günstigste Anbieter ist.“ Becker-Eiselen bestätigt das und ergänzt: „Auf jeden Fall sollte man die Finger von Koppelungen lassen, die sowohl das Risiko absichern als auch einen Sparvertrag beinhalten. Diese Verträge haben eine zu lange Laufzeit, viele versteckte Kosten und sind unflexibel.“

Partnerversicherungen lohnen sich nicht

Wer zum Berufsstart mit seinem Partner zusammenzieht oder sogar eine Familie gründet, sollte noch mehr bedenken. Aus zwei Haftpflichtversicherungen und zwei Hausratversicherungen lassen sich jeweils eine machen. Von allen anderen Partnerversicherungen ist dagegen abzuraten. Beispiel: Risikolebensversicherungen. „Sind die beiden versicherten Personen nicht miteinander verheiratet, kann im Schadensfall eventuell Erbschaftsteuer anfallen“, sagt Becker-Eiselen.
„Im Fall einer Trennung kostet der Neuabschluss dann sehr viel mehr als der ursprüngliche Abschluss.“ Expertin Miriam Michelsen meint: „Paare ohne Trauschein sollten die Verträge ‚über Kreuz‘ abschließen. Beim Tarif für die Frau ist sie Versicherungsnehmerin, zahlt die Beiträge und ist im Todesfall des Partners die Begünstigte, der Partner dagegen ist die versicherte Person – und umgekehrt. Vorteil: Im Ernstfall ist die Versicherungssumme jeweils steuerfrei.“

Ist die Entscheidung für den Blumenstrauß an Versicherungen erst einmal gefallen, bleibt die Frage: Digital ohne Beratung abschließen? „Wir raten davon ab, selbst bei einer Haftpflichtversicherung gibt es inzwischen viele unterschiedliche Bausteine“, sagt Verbraucherschützerin Becker-Eiselen. Auch Michelsen meint: „Bei komplexen Finanzfragen sollte sich jeder persönlich beraten lassen. Einfache Produkte lassen sich dagegen bequem online abschließen. Ein Beispiel: Krankenzusatzschutz im Ausland.“ Ex-Student Schuler ist genügend sensibilisiert. „Ohne eigenständige Recherche und anschließende Beratung kauft man die Katze im Sack.“

Weitere Themen

Getsafe geht über den Kanal

Digitale Start-ups : Getsafe geht über den Kanal

Der Heidelberger Digitalversicherer expandiert nach Großbritannien. Dort gibt es noch keinen Anbieter, der für „Millenials“ alle Policen auf eine App bringt. Aber das Publikum ist Technik-affiner als hierzulande.

Topmeldungen

Die Frau, die Weinstein verteidigt : Straftat oder Sünde?

Harvey Weinstein wird von Donna Rotunno verteidigt. Die Frau, die auch schon als „Bulldogge des Gerichtssaals“ bezeichnet wurde, ist Spezialistin für vermeintlich aussichtslose Fälle – und ist von seiner Unschuld überzeugt.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.