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Unis online : So digital sind deutsche Hochschulen

Vor leerem Hörsaal: Im Moment wird an den Unis nur digital unterrichtet. Bild: ZB

Wegen der Corona-Krise haben sich die meisten Unis dazu entschieden, Vorlesungen und Seminare ins Netz zu verlagern. Und was ist mit dem Rest?

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          Das Sommersemester 2020 wird ein digitales werden. Wegen der Corona-Krise haben sich die meisten Unis dazu entschieden, Vorlesungen und Seminare ins Netz zu verlegen. Nicht nur die Lehre wird digitaler: Auch viele administrative Aufgaben – etwa die Immatrikulation – können mancherorts nun vom heimischen Computer aus erledigt werden. Wie gut (oder schlecht) die deutschen Universitäten hier aufgestellt sind, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Marketingplattform Sendinblue.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das Unternehmen hat dafür die digitalen Services für Studierende der 20 größten deutschen Universitäten analysiert und ermittelt, ob die Unis etwa Chatboxen auf der Website oder ein Online-Studierendenportal anbieten. Zudem wurde untersucht, ob die Prüfungsverwaltung, Studienberatung sowie die Bewerbung und Immatrikulation online erledigt werden können. Ergebnis: Die Ruhr-Universität Bochum und die Freie Universität Berlin sind der Untersuchung zufolge die digitalsten Unis unter den 20 größten. Beide Hochschulen bieten demnach zusätzlich zum Studierendenportal und einer digitalen Prüfungsverwaltung auch eine Online-Studienberatung, Chatboxen sowie die Immatrikulation übers Internet an. Letzteres sei an vielen anderen Unis noch nicht möglich. Dagegen haben sich Studierendenportale und die Online-Prüfungsverwaltung schon etabliert – alle untersuchten Universitäten nutzen diese Services.

          Social-Media-Profile untersucht

          Daneben wurden auch die Profile der Unis auf Instagram, Facebook, Twitter und Youtube untersucht. Hier sortierte sich das Ranking neu: Mit insgesamt 166 200 Followern belegt die Technische Universität München den ersten Platz. Auf Platz zwei rangiert die RWTH Aachen, dicht gefolgt von der Ludwig-Maximilians-Universität. Immer mehr Hochschulen widmen sich verstärkt ihren Facebook-, Instagram- und Twitterkanälen, weiß Hubertus Porschen, Fachmann für Social Media und Digitalisierung: „Eine Universität unterscheidet sich da kaum vom klassischen Unternehmen“, sagt er. „Ihre Kunden sind eben die Studierenden. Und die muss die Hochschule über Online-Medien gewinnen und binden.“ Daher stecken mittlerweile auch Hochschulen viel Geld in Social-Media-Marketing, um Studierende auf sich aufmerksam zu machen.

          An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) etwa kümmern sich seit dem Jahr 2016 ein Online-Redakteur und eine studentische Hilfskraft um die Social-Media-Kanäle der Hochschule.

          Dieter Joswig, einer der dortigen Social-Media-Verantwortlichen, fährt zweigleisig: „Wir veröffentlichen einerseits vorbereitete Posts, die wir schon einige Tage im Voraus anlegen“, sagt er. „Andererseits ist es uns wichtig, aktuelle Geschehnisse aufzugreifen.“ So hat die HHU kürzlich etwa ein Foto vom Campus gezeigt, der wegen des Coronavirus gerade menschenleer ist.

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