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Schulartwechsel von Lehrern : Fast hundertprozentige Ablehnung

Endstation Gemeinschaftsschule? Für Gymnasiallehrer ist der Schulartwechsel schwieriger als gedacht. Bild: dpa

In Baden-Württemberg wollen viele Gymnasiallehrer von den Gemeinschaftsschulen weg, an denen sie übergangsweise gearbeitet haben. Aber sie dürfen nicht.

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          Für viele Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg, die an ihrer Schulart keine Stelle bekommen haben, weil sie nicht eines der Mangelfächer vorweisen konnten, ist die Anstellung an einer Gemeinschaftsschule ein Ausweg. Das betrifft vor allem sprachliche und gesellschaftswissenschaftliche Fächer. Da sie zumindest theoretisch in den aufzubauenden Oberstufen auch auf gymnasialem Niveau unterrichten sollten, nahmen die Lehrer das Angebot gern an. Die meisten von ihnen sind jedoch ziemlich ernüchtert, berichtet das Referat Gemeinschaftsschule im dortigen Philologenverband. Insgesamt 96 Gymnasiallehrkräfte haben dieses Jahr einen Antrag auf Versetzung von einer Gemeinschaftsschule an ein allgemeinbildendes Gymnasium beantragt, „ein Antrag davon wurde genehmigt“, teilt das baden-württembergische Kultusministerium dieser Zeitung mit.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Es begründet die fast hundertprozentige Ablehnung aller Anträge damit, dass die Mindestverweildauer von drei Jahren an der Gemeinschaftsschule erfüllt sein müsse und selbst dann eine Versetzung deshalb nicht freigegeben werden könne, weil der Bedarf an Gymnasiallehrern an Gemeinschaftsschulen entsprechend hoch sei, während allgemeinbildende Gymnasien nach wie vor keinen Bedarf an Lehrern im sprachlich-gesellschaftswissenschaftlichen Bereich hätten. Außerdem müssten die allgemeinbildenden Gymnasien zunächst die Rückkehrlehrkräfte aus Elternzeit und Beurlaubung berücksichtigen. Versetzungswünsche aus persönlichen Gründen würden von der Schulverwaltung in der Regel erfüllt – allerdings nur innerhalb der Schulart Gemeinschaftsschule –, gibt das Ministerium zu bedenken. „Ein Schulartwechsel von der Gemeinschaftsschule an das allgemeinbildende Gymnasium auf dem Wege der Versetzung kann nur sehr selten realisiert werden“, stellt das Ministerium fest.

          Früher an der Gemeinschaftsschule unterrichtende Gymnasiallehrer kritisieren die Gemeinschaftsschule, weil ihnen dort das gymnasiale Niveau fehle. Das Hauptschulniveau dominiere, teilten die Lehrer dieser Zeitung mit. Viele Anträge seien zum dritten Mal gestellt und abgelehnt worden. Nicht einmal die Bezirkspersonalräte könnten diesen Lehrern helfen, da die Bezirkspräsidien jede gymnasiale Wegversetzung von der Gemeinschaftsschule ablehnten. „Wenn selbst der Bezirkspersonalrat nur noch Krankheitstage empfiehlt, stimmt etwas mit dem System nicht“, sagten die Betroffenen. Den Lehrern werde durch die Abschaffung von Noten und einer Versetzungsordnung jeglicher Handlungsspielraum genommen.

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