https://www.faz.net/-gyl-84cb7

Vorstellungsgespräche : Über Geld spricht man doch

  • Aktualisiert am

Nach dem Gehalt fragen? Im Bewerbungsgespräch ist das erlaubt, ja sogar erwünscht. Bild: Picture-Alliance

Sollte ein Bewerber im Vorstellungsgespräch die Frage nach dem lieben Geld stellen? Oder besser warten, bis der künfige Chef fragt? Klar ist: Wer vorsichtshalber ein bisschen weniger verlangt, hat nicht unbedingt bessere Karten.

          1 Min.

          Über Geld spricht man nicht - in Deutschland betrachten noch immer viele Arbeitnehmer diesen Satz als eine allgemeingültige Weisheit. Aber was gilt für das Vorstellungsgespräch? Dort muss die Gehaltsfrage früher oder später auf den Tisch. Einer Studie des Personalvermittlers Robert Half zufolge sollten Bewerber dabei selbstbewusst auftreten und das Thema Gehalt von sich aus ansprechen.

          Für die Untersuchung befragte Robert Half 200 Personalmanager in Deutschland. Als idealen Zeitpunkt, um die Geldfrage anzusprechen nennt fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) die zweite oder darauffolgende Bewerbungsrunden. Lediglich 4 Prozent der befragten Personaler sind der Ansicht, Gehaltsdiskussionen sollten immer vom Unternehmen initiiert werden. Der Rest findet es völlig in Ordnung, wenn der Bewerber das Thema von sich aus auf die Tagesordnung setzt.

          „Die Aussicht auf bessere Karriereperspektiven oder höhere Gehälter zählen zu den wichtigsten Gründen für einen Jobwechsel“, sagt Sven Hennige, Zentraleuropachef von Robert Half.  Aber Vorsicht: Zu hohe Forderungen könnten zu einem frühzeitigen Ausscheiden aus dem Bewerbungsprozess führen. Ähnlich gefährlich seien aber auch zu niedrige Gehaltsvorstellungen. Sie ließen auf mangelnde Erfahrung oder ein mangelndes Selbstbewusstsein des Bewerbers schließen. „Die Erfahrung zeigt, dass Bewerber bei einem Arbeitgeberwechsel bis zu 10 Prozent mehr Gehalt fordern können“, sagt Hennige.

          Branche und Unternehmensgröße sind wichtig

          Personalfachleute empfehlen zudem, sich auf keine fixe Summe festzulegen, sondern vielmehr eine Gehaltsspanne zu definieren. Wer seine Ober- und Untergrenze kennt und gegebenenfalls Boni oder andere Zusatzleistungen mit ins Kalkül einbeziehen kann, ist für die Gehaltsverhandlung gut gewappnet.

          Wer sich ein realistisches Bild darüber machen möchte, wie viel er verlangen kann, sollte sich außerdem vorher fragen, welche Gepflogenheiten in der neuen Branche und im neuen Unternehmen herrschen. In Großkonzernen können Bewerber häufig ganz andere Gehälter verlangen als bei einem Mittelständler. Auch die Frage, ob ein Umzug für die neue Stelle nötig sein wird und ob das Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit stimmen wird, sind wichtig für die Verhandlung über die Vergütung.

          Bild: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Vielfalt per Videocall

          BIOM-Studiengang : Vielfalt per Videocall

          Der Master „Biosphere Reserves Management“ ist ein neuer Umweltstudiengang der Hochschule Eberswalde. Die Ziele sind ambitioniert, doch die Pnademie macht den Studierden vorerst einen Strich durch die Rechnung.

          Topmeldungen

          TV-Kritik: Anne Will : Laschet kann sie alle schaffen

          Will Armin Laschet Kanzler werden, muss er in die Offensive. Sein Stehvermögen zeigt er bei Anne Will. Nur Klimaaktivistin Luisa Neubauer liefert ihm einen starken Schlagabtausch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.