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Versetzung : Der Job muss gleichwertig sein

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Jederzeit an jedem Ort einsatzbereit? Das muss ein Arbeitnehmer nicht sein, hat das Landesarbeitsgericht Köln entschieden. Auch wenn es im Arbeitsvertrag anders steht: ein Mitarbeiter darf nur auf einen gleichwertigen Posten versetzt werden.

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          Eine Klausel im Arbeitsvertrag, die jederzeit eine Versetzung des Arbeitnehmers „entsprechend seinen Kenntnissen und Fähigkeiten“ zulässt, ist unwirksam. Vielmehr muss aus einer gültigen Versetzungsklausel auch hervorgehen, dass die neue Tätigkeit des Arbeitnehmers gleichwertig ist. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln hervor (Urteil vom 9. Januar 2007, AZ: 9 Sa 1099/06).

          Im konkreten Fall hatte eine Filialleiterin gegen ihren Arbeitgeber geklagt. Der Arbeitgeber hatte sich in dem vorformulierten Arbeitsvertrag vorbehalten, der Klägerin jederzeit eine andere Tätigkeit im Betrieb zuzuweisen, die ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht. Als die Klägerin erkrankte und für mehr als vier Wochen ausfiel, wies ihr der Arbeitgeber eine neue Tätigkeit in einem Reparaturbetrieb zu. Die Klägerin verlangte jedoch die Weiterbeschäftigung als Filialleiterin.

          Während das Arbeitsgericht die Klage abwies, gab das Landesarbeitsgericht der Klägerin Recht. Die vorformulierte Versetzungsklausel im Arbeitsvertrag sei unwirksam, weil sie die Klägerin unangemessen benachteilige. Ein uneingeschränktes Versetzungsrecht komme dem Recht gleich, den Arbeitsvertrag auch sozial ungerechtfertigt zu ändern. Dadurch werde jedoch der gesetzliche Änderungskündigungsschutz unterlaufen.

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