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Vergütung von Ingenieuren : Die Lücke, die sich lohnt

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Bild: F.A.Z.

Es ist verwunderlich, wie unerschütterlich der Arbeitsmarkt für Ingenieure auf die Krise reagiert hat. Der Ingenieurmangel ist weiterhin hoch aktuell. Deshalb streichen Ingenieure nach wie vor überdurchschnittliche Jahresgehälter ein.

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          So laut wie vor zwei Jahren klagen die Unternehmen nicht mehr über den Mangel an Nachwuchsingenieuren. Und so steil wie damals sind die Gehaltskurven für Maschinenbauer, Verfahrens- und Elektrotechniker auch nicht mehr - kein Wunder nach der schärfsten Rezession der Nachkriegszeit in der deutschen Wirtschaft. Verwunderlich ist da schon eher, wie unerschütterlich der Arbeitsmarkt für Ingenieure auf die Krise reagiert hat.

          Die vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) monatlich aus der Differenz von arbeitslos gemeldeten Ingenieuren und vakanten Stellen berechnete Ingenieurlücke ist von ihrem höchsten Stand im September 2008 (68.800) zwar auf 21.200 im Januar 2010 gesunken. Aber seither nimmt sie wieder zu.

          Um den Ingenieurmangel besser zu verstehen, hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) noch vor der Krise das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung in München mit einer Studie beauftragt. Was die Soziologin Sabine Pfeiffer herausfand, erklärt das Phänomen mit einer einfachen Rechnung: 30.000 Absolventen verlassen zurzeit im Jahr die ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten, aber 36.000 Ingenieure gehen in Rente. „Wir haben eine Ingenieurersatzrate von 0,9“, formuliert Pfeiffer den Befund. „Schlechter stehen in Europa nur Dänemark, Norwegen und Ungarn da.“

          Was so knapp ist, ist teuer - diese Regel gilt auf dem Arbeitsmarkt erst recht. Deshalb streichen Ingenieure nach wie vor überdurchschnittliche Jahresgehälter ein: 54.700 Euro ermittelt der Vergütungsspezialist Personalmarkt als Mittelwert. Für alle anderen akademischen Berufe sind es 49.700 Euro.

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