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Variable Vergütung : Bonus für alle

  • -Aktualisiert am

Arbeitgeber wollen ihre Arbeitskosten flexibilisieren Bild: fotolia.com

Nicht mehr nur Manager und Vertriebsmitarbeiter sollen erfolgsabhängige Gehälter bekommen, Unternehmen weiten das Angebot aus. Doch viele Firmen schludern bei der Vorbereitung - und verärgern so ihre Mitarbeiter.

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          Bei der Baumarktkette Hornbach profitieren seit fünf Jahren nicht nur die Vorstände davon, wenn das Geschäft floriert. Im Jahr 2002 hat das Unternehmen die variable Vergütung für alle Mitarbeiter eingeführt. Kassierer und Kundenberater in den Baumärkten bekommen genauso wie Verwaltungsangestellte zu ihrem Fixgehalt eine Prämie. "Als Familienunternehmen wollen wir alle Mitarbeiter am überplanmäßigen Erfolg beteiligen", sagt Hornbach-Personalchef Rudolf Pölking. So wird die Hälfte des Gewinns, der über den Planzahlen liegt, an die Angestellten ausgeschüttet. Welchen Anteil ein einzelner Mitarbeiter von dieser Summe erhält, hängt davon ab, welchem Vergütungsmodell er zugeordnet ist. "Um den verschiedenen Mitarbeitergruppen gerecht zu werden, gibt es bei Hornbach dreizehn verschiedene Modelle", berichtet Pölking.

          Was Hornbach vormacht, wird in den kommenden Jahren in deutschen Unternehmen zum Alltag werden. Eine immer größere Zahl an Firmen - Konzerne wie Mittelständler - wollen nicht mehr nur ihren Vorständen und Geschäftsführern ein variables Gehalt zahlen. Auch Führungskräfte aus unteren Hierarchieebenen und einfache Angestellte sollen zusätzlich zum Fixgehalt einen Bonus bekommen, der vom Erfolg des Unternehmens und von der persönlichen Leistung der Angestellten abhängt. "In den kommenden Jahren werden Unternehmen für immer mehr Mitarbeiter eine variable Vergütung einführen", prophezeit Jörg-Peter Domschke, Vergütungsexperte der Unternehmensberatung Towers Perrin.

          Viele Firmen schludern

          Mit dem variablen Gehalt, das meist in Form eines Bonus ausgezahlt wird, wollen Unternehmen mehrere Ziele erreichen. Erstens wollen sie die Arbeitskosten flexibilisieren. In guten Jahren sollen die Mitarbeiter vom Unternehmenserfolg profitieren, in schlechten Jahren will der Arbeitgeber Kosten senken, denn das garantierte Fixgehalt liegt meist unterhalb der Bezahlung ohne Bonussystem. Zweitens wollen Firmen Leistungsanreize setzen und ihre Mitarbeiter motivieren. Und drittens wollen sie jedem einzelnen Mitarbeiter Ziele vorgeben, die zur Unternehmensstrategie passen. Die neu geschaffene variable Vergütung wird Unternehmen indes große Probleme bescheren, warnen Experten.

          Denn viele Firmen schludern bei der Vorbereitung des neuen Entlohnungssystems. "Personal-Verantwortliche sind schnell dabei, eine variable Vergütung einzuführen", berichtet Berater Domschke. "Dabei vernachlässigen sie eine saubere Vorbereitung." So verfügen selbst große Unternehmen oft nicht über aussagekräftige Kennzahlen, mit denen sie den Erfolg von Teams oder einzelnen Mitarbeitern messen könnten. "Oft handelt es sich um ein Kommunikationsproblem: Alle Beteiligten vom Controlling bis zur Personalabteilung müssten sich an einen Tisch setzen und gemeinsam einen Plan entwickeln und Aufgaben verteilen", berichtet der Vergütungsexperte. Doch genau das bleibe oft aus - Alleingänge gefährden aber den Erfolg des ganzen Projekts.

          Wie vermeidet man Streit?

          Will ein Unternehmen die variable Vergütung für zusätzliche Mitarbeitergruppen einführen, dauert die Vorbereitung oft bis zu einem Jahr. Schließlich sind viele Fragen zu klären: Welche Mitarbeiter sollen teilnehmen? Wie kann man deren Erfolg sinnvoll messen? Und wie vermeidet man Streit darüber, ob ein Bonus fällig ist oder nicht? Antworten zu finden ist oft kompliziert. Schließlich haben viele Unternehmen bisher nur Erfahrung mit der flexiblen Vergütung von leitenden Angestellten und Vertriebsmitarbeitern.

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