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Urteile : Versetzung über 300 Kilometer unzulässig

  • Aktualisiert am

Umzug ja, aber es gibt Grenzen Bild: fotolia

Arbeitgeber dürfen ihre Mitarbeiter versetzen. Aber ihr Direktionsrecht hat Grenzen. Das Landesarbeitsgericht Hessen hat nun klargestellt, wie weit man umziehen muss.

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          Arbeitnehmer müssen eine Versetzung über eine Entfernung von 300 Kilometern nicht hinnehmen. Das hat das Landesarbeitsgericht in Frankfurt in einem Urteil entschieden. Die Richter gaben der Klage einer Sachbearbeiterin gegen ein Handelsunternehmen statt und sprachen der Klägerin entsprechenden Verzugslohn zu.

          Die Firma hatte während der mehrjährigen Elternzeit der Arbeitnehmerin ihren Sitz vom Rhein-Main-Gebiet ins Ruhrgebiet verlegt. Als die Mitarbeiterin ihre Arbeit wiederaufnehmen wollte, wurde ihr eine Arbeitsstelle in dem 300 Kilometer entfernten Firmensitz angeboten, die sie jedoch ablehnte. Daraufhin verweigerte der Arbeitgeber die Lohnzahlungen.

          Nach dem Urteil ist eine derart weiträumige Versetzung aber nicht mehr vom Weisungsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Weil die Frau ihre Arbeitsleistung zumindest am alten Standort angeboten habe, sei er deshalb in Annahmeverzug geraten und müsse zahlen. Nur mit einer Änderungskündigung, die sozial gerechtfertigt sein müsse, könne die Mitarbeiterin möglicherweise ins Ruhrgebiet versetzt werden (Aktenzeichen 11 Sa 296/06).

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