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Knatsch beim Spielehersteller : Betriebsrat? Unwirtschaftlich und veraltet!

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Gute Spiele, schlechte Mitbestimmung? Das Unternehmen Goodgame Studios ist schon wieder in den Schlagzeilen. Bild: obs

Gute Spiele - wenig Spielregeln? Dem Computerhersteller Goodgame werfen Gewerkschafter vor, die Gründung eines Betriebsrats verhindern zu wollen. Das Unternehmen bestreitet das, doch ein neues, internes Video wirft ein anderes Licht auf die Sache.

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          Von Mitbestimmung in Form von Betriebsratsarbeit hält der Spielehersteller Goodgame Studios offenbar wenig. Das zeigt ein internes Video von einer Betriebsversammlung des Unternehmens, das “Spiegel Online“ an diesem Dienstag veröffentlicht hat. Der Tenor: Betriebsräte seien ein veraltetes Relikt der Old Economy. „Wir müssen ein Auge auf Wirtschaftlichkeit haben, damit jeder von Euch nächstes Jahr noch ein Gehalt bekommt“, äußert Manager Maximilian Schneider in dem Filmchen.

          Mit dem Image, das sich das Unternehmen selbst gern geben möchte, passt das schlecht zusammen. Goodgame, der Hersteller des erfolgreichen Strategiespiels „Empire“, präsentiert sich gern als hippes, supermodernes Gegenmodell zum klassischen, deutschen Konzern. Laut Unternehmenswebsite gibt es jede Menge „Benefits“, die den Mitarbeitern die Arbeit versüßen sollen. Darunter fallen etwa umfangreiche Weiterbildungs- und Entwicklungsangebote, aber auch ein Fitnessraum mit eigenem Pool oder kostenloses Obst und Müsli bei der Arbeit. Auch eine „Feelgood-Managerin“ gibt es laut Unternehmens-Blog. Bloß eben keinen Betriebsrat.

          Schon länger gibt es deshalb Knatsch bei dem Computerspielehersteller: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte Goodgame im vergangenen Dezember vorgehalten, fast 30 Beschäftigte entlassen zu haben, weil sie eine Betriebsratswahl in dem Unternehmen mit 1200 Mitarbeitern organisieren wollten. Die Gewerkschaft vermutete einen Zusammenhang zwischen den Kündigungen und dem Engagement der Betroffenen im Vorfeld der Wahl. Goodgame Studios widersprach dieser Sichtweise. Man habe sich aus betrieblichen Gründen von 28 Mitarbeitern getrennt, so das Unternehmen. Es führte als Beispiel Leistungsdefizite an.

          „Mitarbeiterpartizipation ist für uns sehr wichtig und wir bieten bereits verschiedene Formate dafür“, heißt es im Goodgames Unternehmensblog: Mitarbeiter könnten etwa in Vollversammlungen und Kamingesprächen Fragen direkt an die Geschäftsführung richten. Auch anonymes Feedback sei möglich und es gebe eine Arbeitsgruppe, die sich für die Belange der Mitarbeiter einsetze. „Wollen die Mitarbeiter darüber hinaus einen Betriebsrat, verhindern wir das selbstverständlich nicht.“

          Daran weckt das neue Video nun abermals Zweifel. Goodgame Studios hat die Echtheit der Aufnahmen gegenüber „Spiegel Online“ bestätigt. Schneider habe damit betonen wollen, dass die eigenen "passgenauen" Instrumente, die das Management bereits anbiete, besser geeignet seien, die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu erfüllen, so lässt sich das Unternehmen in dem Bericht zitieren.

          In der Internetbranche kommt es häufiger vor, dass sich Mitarbeiter nicht zu Betriebsräten organisieren. So gründeten deutsche Mitarbeiter beim amerikanischen Online-Händler Amazon.com erst vor fast drei Jahren im Auslieferungszentrum im bayerischen Graben den ersten Betriebsrat. Auch in der Computerspielebranche sind Mitarbeitervertretungen nicht die Regel. So hat auch der Berliner Goodgame-Konkurrent Wooga keinen Betriebsrat.

          Im Streit um die Entlassungen bei Goodgame hatte allerdings noch ein weiteres Detail ein schlechtes Licht auf die Unternehmensleitung geworfen: Auch ein schwerbehinderter Mitarbeiter war unter den Gekündigten gewesen. Hierfür hat sich der Spielehersteller mittlerweile entschuldigt und einen „bedauerlichen Fehler“ eingeräumt.

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