https://www.faz.net/-gyl-8zs47

Regionale Unterschiede : Die Lehrlings-Verdienste klaffen auseinander

  • Aktualisiert am

Ein Unterschied von fast 300 Euro: Im Kfz-Handwerk verdient ein Azubi in Brandenburg 630 Euro im Monat; in Baden-Württemberg sind es 929 Euro. Bild: dpa

Im gleichen Beruf arbeiten und fast 300 Euro weniger verdienen: Für manchen Lehrling ist das Realität. So stark klaffen die Ausbildungsvergütungen in Deutschland auseinander.

          1 Min.

          Bei der Vergütung von Auszubildenden gibt es einer Studie zufolge innerhalb eines Lehrberufs regionale Unterschiede von bis zu fast 300 Euro pro Monat. Wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Freitag mitteilte, verdient ein Lehrling im Kfz-Gewerbe in Baden-Württemberg im dritten Lehrjahr 929 Euro brutto im Monat. In Brandenburg sind es mit 630 Euro dagegen 299 Euro weniger - für denselben Ausbildungsberuf.

          Die Studie belegte auch in anderen Branchen zum Teil erhebliche, von der Region abhängige Unterschiede. So bekommen Azubis in westdeutschen Baubetrieben im dritten Lehrjahr 1410 Euro, in ostdeutschen Baubetrieben dagegen 1130 Euro und damit 280 Euro weniger. Im Hotel- und Gaststättengewerbe liegt der Unterschied zwischen Lehrlingen in den besser zahlenden bayerischen Betrieben bei 270 Euro gegenüber den Lehrlingen in Mecklenburg-Vorpommern.

          West-Ost und Süd-Nord-Gefälle

          Wie der WSI-Tarifexperte Thorsten Schulten erklärte, gibt es bei den starken regionalen Unterschieden häufig ein West-Ost-Gefälle, aber auch ein Süd-Nord- Gefälle.

          Der Studie zufolge sind die Löhne in den Ausbildungsberufen aber ähnlich differenziert wie die Tariflöhne. Die Spanne der Verdienstmöglichkeiten reiche von einem Monatsverdienst von 570 Euro im Kfz-Gewerbe in Thüringen im ersten Lehrjahr bis zu 1580 Euro Monatsverdienst im westdeutschen Bauhauptgewerbe im vierten Ausbildungsjahr.

          Weitere Themen

          Findet gerne versteckte Orte

          Interview-Reihe „Auf ein Wort“ : Findet gerne versteckte Orte

          Veronika Kiseler studiert an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach Elektronische Medien. Zeit zum Ausgehen hat sie kaum, für Vernissagen findet sich aber manchmal ein Platz im Terminkalender, verrät sie im spontanen Kurzinterview.

          Spekulationen im Indikativ

          Macht der Großverlage : Spekulationen im Indikativ

          Der Präsident und der Generalsekretär der HRK verwahren sich gegen Kritik am Deal-Projekt, das die Macht der Großverlage brechen soll. Dabei versteigen sie sich zu Unfehlbarkeitsdogmen. Eine Replik.

          Topmeldungen

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.
          Olga Tokarczuk und Peter Handke nach ihren „Nobel Lectures“ in Stockholm.

          Vorträge der Nobelpreisträger : Eine Rede aus zweiter Hand

          Peter Handke zitiert in seinem Vortrag vor allem eigene und fremde Werke. Dagegen bemüht sich Olga Tokarczuk um ein neues Ideal für die Literatur, das sich an der ältesten Erzählperspektive der Welt orientiert: der der Bibel.

          Klimademo in Madrid : 500.000 Demonstranten – oder 15.000?

          Eine halbe Million Menschen demonstrierten laut Greta Thunberg in Madrid für eine andere Klimapolitik. Die Polizei zählte allerdings deutlich weniger. Die Aufmerksamkeit der Weltpresse verzerrt das Bild.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.