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Osteuropa : Niedrige Gehälter in Ungarn

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Bild: F.A.Z.

Obwohl die ungarischen Lohnkosten zu den höchsten der neuen Mitgliedsländer in der Europäischen Union gehören, bleibt der Standort für ausländische Investoren attraktiv, hat ein Vergleich ergeben.

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          Obwohl die ungarischen Lohnkosten inzwischen zu den höchsten der neuen Mitgliedsländer in der Europäischen Union gehören, bleibt das Land als Standort für ausländische Investoren attraktiv. Dies meint zumindest die Unternehmensberatung Kienbaum, nachdem sie die Gehälter in Ungarn untersucht hat.

          Demnach liegt die Vergütung zum Teil deutlich tiefer als in Westeuropa: Ein Geschäftsführer in Ungarn verdiene im Schnitt 22,5 Millionen Forint (umgerechnet 89 718 Euro) im Jahr, eine Fachkraft komme auf durchschnittlich 17 544 Euro und ein Arbeiter auf 8612 Euro. "Das Arbeitskräfteangebot in seiner Gesamtheit, unter Berücksichtigung von Kosten, Qualifikation und Produktivität, spricht nach wie vor für den Standort Ungarn", sagt Kienbaum-Beraterin Maria Smid. Daran wird sich auch in diesem Jahr nichts Wesentliches ändern. Denn die Unternehmen planen allenfalls Gehaltserhöhungen um 6 Prozent, die wie auch schon in den Vorjahren von der hohen Inflation von voraussichtlich 5 Prozent in diesem Jahr weitgehend aufgefressen werden dürften.

          Die Streuung der Gehälter ist in allen Berufsgruppen groß: Für Geschäftsführer reicht sie von 4,2 Millionen Forint (16 500 Euro) der Jahresgesamtbezüge bis zu 354 900 Euro. Die Gehälter der Führungskräfte der ersten Ebene unterhalb der Geschäftsführung liegen um 27 Prozent über denjenigen von Führungskräften der zweiten Ebene. Für Gehaltsforderungen ist wichtig, wo in Ungarn sich der Unternehmensstandort befindet. Um Angestellte in als wenig attraktiv geltende Regionen im Osten und Süden zu locken, wird rund 25 Prozent mehr gezahlt als im Großraum Budapest und in Westungarn.

          Wichtig ist auch die Unternehmensgröße: Hier gilt: Je größer die Firma, desto höher sind tendenziell die Gehälter. Dagegen gibt es keine Branchen, die mit besonders hohen oder niedrigen Gehältern hervorstechen. Ein überraschender Befund ist, dass in Ungarn weibliche Geschäftsführer besser entgolten werden als ihre männlichen Kollegen. Während ein Geschäftsführer 84 800 Euro verdient, kommt seine Kollegin auf durchschnittlich 94 500 Euro. "Allerdings sind derzeit nur rund 9 Prozent der Geschäftsführer in Ungarn weiblich", sagt Kienbaum-Beraterin Maria Smid.

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