https://www.faz.net/-gyl-x37r

Motivation : Chefs entdecken Öko-Flotten

  • -Aktualisiert am

Das Beispiel des niedersächsischen Landtags könnte Schule machen Bild: dpa

Mit spritsparenden Dienstwagen will manches Unternehmen sich ein grünes Image zulegen - solange die Kosten stimmen. Strenge Klimaregeln haben aber ihre Tücken - nicht nur für die Mitarbeiter.

          4 Min.

          Viele Mitarbeiter des Düsseldorfer Energieversorgers Eon müssen sich nicht selbst ein Auto kaufen, um morgens zur Arbeit zu kommen. Den Wagen stellt stattdessen das Unternehmen - gegen einen Teil des Bruttogehalts. Mehr als 1000 Eon-Angestellte nehmen an dem Programm schon teil. Und beide Seiten profitieren: Die Mitarbeiter kommen in den Genuss der günstigen Einkaufskonditionen ihres Arbeitgebers und brauchen sich um Inspektionen, Reparaturen und Versicherungen nicht selbst zu kümmern, denn das übernimmt ein Flottendienstleister. Eon seinerseits spart mit der Gehaltsumwandlung Lohnnebenkosten und kann seine Angestellten motivieren.

          Wie Eon stellen viele Unternehmen ihren Angestellten Dienstwagen - oft sogar dann, wenn diese die Autos für die Tätigkeit gar nicht brauchen. Schließlich gelten sie als beliebtes Statussymbol: Mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer wünscht sich einen Dienstwagen, bei Angestellten unter 30 sind es sogar 70 Prozent, ergab eine Emnid-Umfrage. Kein Wunder, dass mehr als jeder zweite Arbeitgeber in Deutschland inzwischen Dienstwagen als Motivationsinstrument einsetzt.

          Früher galt eine einfache Regel

          Früher galt im Zusammenhang mit Dienstwagen eine einfache Regel: Je höher ein Mitarbeiter in der Hierarchie des Unternehmens angesiedelt war, desto teurer und stärker motorisiert durfte sein Auto sein (Teurer Mitarbeiter, teures Auto). Inzwischen unterliegen die Mitarbeiter vieler Unternehmen weiteren Beschränkungen: Denn immer mehr Unternehmen wollen Autos anschaffen, die umwelt- und klimaschonend sind.

          Bild: F.A.Z.

          Dieses Ziel verfolgen 65 Prozent der Flottenmanager in Unternehmen, fand die Leasinggesellschaft Arval in einer Umfrage unter 400 Firmen heraus. "Viele Unternehmen bieten ihren Dienstwagennutzern bereits Anreizsysteme zur verstärkten Nutzung umweltfreundlicher Fahrzeuge an", sagt Matthias Striegel, Leiter des Bestandskundengeschäfts von Arval. Und rund die Hälfte der Befragten glaube, dass das Thema weiter an Bedeutung gewinnen werde.

          Das wichtigste Auswahlkriterium sei die Öko-Bilanz eines Wagens aber in keinem der befragten Unternehmen, sagt Holger Fischbach, Geschäftsführer von Deutsche Leasing Fleet: Selbst solche Arbeitgeber, die ihre Angestellten bereits dazu anhalten, umweltschonende Modelle auszuwählen, schauten zunächst auf den Preis.

          Zuletzt immer häufiger ein Diesel

          Noch vor wenigen Jahren spielten Umweltaspekte in den Dienstwagenordnungen von Unternehmen ohnehin keine Rolle. Die Flottenmanager legten oft lediglich fest, welche Mitarbeiter Anspruch auf einen Dienstwagen haben und wie teuer die Autos von Angestellten bestimmter Hierarchiestufen sein durften. Allenfalls die Auswahl an Marken und Modellen war beschränkt - den Rest entschieden die Mitarbeiter.

          Zuletzt haben Unternehmen für ihre Angestellten verstärkt Fahrzeuge mit Dieselmotoren angeschafft. Dienstwagenordnungen, die Dieselfahrzeuge zur Pflicht machen, zählen mittlerweile zum Normalfall. Ausschlaggebend dafür waren meist Kostenargumente.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Langer Winter: Zwei Polizisten am Mittwoch auf dem Roten Platz in Moskau

          Repressionen in Russland : In der Krise wächst die Paranoia

          Corona, eine schwache Wirtschaft und Proteste: Wladimir Putins Machtapparat sieht sich in Russland vielen Krisen ausgesetzt. Und erhöht deswegen den Druck auf Opposition und Zivilgesellschaft.
          Maye Musk ist die Mutter des Unternehmers Elon Musk. Am Donnerstag erscheint ihre Autobiographie „Eine Frau, ein Plan“.

          Maye Musk : „In unserer Familie nimmt niemand frei“

          Wer Elon Musk verstehen möchte, muss seine Mutter Maye kennen lernen. Im Interview spricht sie über Abenteuertouren in der Wüste, ihre Modelkarriere mit 70 und wie sie einst aus Armut auf Dates verzichtete.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.