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Werben unter Bekannten : Mitarbeiter sind die besten Headhunter

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Vorteilhaft für Arbeitgeber ist, dass ihre Aufrufe im privatrechtlichen Sinne keine "Auslobung" sind. Eine Auslobung nach Paragraph 657 des Bürgerlichen Gesetzbuches bezeichnet eine öffentliche Bekanntmachung - zum Beispiel auf Litfaßsäulen -, ein bestimmtes Verhalten zu belohnen. Hier ist nicht einmal eine Annahme der Auslobung notwendig. Dagegen werden "Kopfprämien" für neue Kollegen nicht öffentlich ausgelobt, sondern richten sich an individuell abgegrenzte Personenkreise: die eigenen Arbeitnehmer. Diese müssen ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass sie sich an der Bewerbersuche beteiligen möchten. Daraufhin muss der Arbeitgeber individuell zustimmen, was aber auch konkludent erfolgen kann, zum Beispiel, wenn ein Kandidat auf Anraten eines Mitarbeiters zum Gespräch eingeladen wird.

Ab welchem Zeitpunkt ist die Prämie fällig? Hier kommt dem Wortlaut der Ausschreibung besondere Bedeutung zu. Ist er missverständlich, reicht es möglicherweise schon aus, wenn Mitarbeiter einen qualifizierten Freund zur Bewerbung motivieren - auch wenn der im Vorstellungsgespräch oder in der Probezeit nicht überzeugt. Die Bedingungen für die Auszahlung einer Prämie sollten also präzise benannt sein: Geld gibt es erst, wenn der neue Kollege die ersten sechs Monate überstanden hat. Überhaupt sollte die Ausschreibung zeitlich begrenzt sein, denkbar sind drei Monate. Sind dann die freien Stellen neu besetzt, läuft das Programm einfach aus. Es kann natürlich jederzeit verlängert werden. Doch ohne zeitliche Grenze besteht die Gefahr, dass das Management die Ausschreibung vergisst und die Mitarbeiter noch unnötigerweise Kandidaten vorschlagen, wenn schon alle Stellen besetzt sind. Das schafft Verdruss.

In voller Höhe lohnsteuerpflichtig

Sind Vorstellungsrunden und Probezeit überstanden, haben die Empfänger der Prämie aber noch weitere Hürden zu überwinden: Steuer- und sozialrechtlich gesehen, sind diese Sonderleistungen zu behandeln wie ein Bonus für überdurchschnittliche Leistungen. Sie gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn und sind in voller Höhe lohnsteuerpflichtig. Der Arbeitgeber schreibt also eine Bruttoprämie aus, beim Arbeitnehmer landet netto möglicherweise nur die Hälfte. Auch Sozialversicherungsbeiträge müssen abgeführt werden, da die Prämie nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs sozialversicherungsrechtlich zum Arbeitsentgelt gehört (Az. VI R 106/84).

Nur was gilt, wenn die Prämie in Form eines Freiflugs oder einer anderen Sachleistung gewährt wird? Dann liegt ein geldwerter Vorteil vor, im Steuerrecht auch als "Sachbezug" bezeichnet. Rechtlich gesehen, handelt es sich um ein einmalig gezahltes Arbeitsentgelt (Bundessozialgericht, Az. B 12 KR 6/01 R). Die Folge: Der Wert der Prämie muss versteuert werden und ist sozialversicherungspflichtig. Zugrunde gelegt wird der tatsächliche Wert der Leistung, also zum Beispiel die tatsächlichen Kosten für einen Flug nach Melbourne oder Buenos Aires.

Nun wird es einem Arbeitnehmer noch gelingen, den Wert eines Fluges herauszufinden, im Fall von individuell zugeschnittenen Reisen mit Flügen, Unterkunft und Programm wird das schon deutlich schwieriger sein. Wer in den Genuss einer solchen Prämie kommt, kann seinen Arbeitgeber bitten, dass dieser die Lohnsteuer berechnet und abführt. Bei einem Prämienwert von bis zu 10 000 Euro jährlich sind das pauschal 30 Prozent (Paragraph 37 b Einkommensteuergesetz). Für Bezieher höherer Einkommen, die beim Normallohn einen Abzug von rund 50 Prozent haben, lohnt sich das also. Allerdings kommen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer noch hinzu.

Schwierig wird es bei Prämien, deren Wert 10.000 Euro übersteigt. Hier muss der Arbeitnehmer zunächst intern den Wert der Prämie erfragen und anschließend selbst versteuern. Ein naheliegender Trick ist dabei nicht erlaubt, nämlich die Aufteilung der Prämie auf zwei Personen. Ein Beispiel: Was gilt bei einer Prämie in Form einer Flugreise für zwei Personen (Arbeitnehmer und Ehepartner) im Wert von jeweils 6.000 Euro, insgesamt also 12.000 Euro? Hier ist der Pauschbetrag überschritten und die gesamten 12.000 Euro werden steuerrechtlich nicht auf zwei Personen verteilt, sondern komplett dem Prämienempfänger zugerechnet. Die Ausrede, der Ehemann habe doch die Hälfte der Prämie genossen, und daher sei nur die Hälfte zu versteuern, zählt also nicht.

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