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Lehrlingsgehälter : Schiffer top, Friseur Flop

Schlechte Aussichten: Die Lehrlingsgehälter im Frisörhandwerk fallen eher dürftig aus. Bild: ZB

Mancher Auszubildende verdient monatlich fast 1000 Euro, andere müssen sich mit weniger als 300 Euro begnügen. Ein Überblick über die lukrativsten Lehrberufe.

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          Exakt 730 Euro brutto im Monat - so viel verdienten Auszubildende im vergangenen Jahr im Durchschnitt. Für Azubis war 2012 damit ein gutes Jahr. Die tariflichen Vergütungen erhöhten sich um 4,3 Prozent, berichtet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das die entsprechenden Zahlen seit dem Jahr 1976 erhebt. Im Vorjahr fiel die Zuwachsrate noch deutlich geringer aus.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die höchsten Vergütungen erreichen jene Lehrlinge, die einen technischen oder körperlich besonders anstrengenden Beruf anstreben. Angehende Binnenschiffer zum Beispiel erhalten monatlich im Durchschnitt 989 Euro. Maurer-Lehrlinge kommen in Westdeutschland auf 968 Euro, in Ostdeutschland allerdings nur auf 772 Euro. Am unteren Ende der Skala finden sich Berufe wie Maler und Lackierer (528 Euro in West und Ost) sowie Bäcker (500 Euro). Friseure erhalten noch weniger Geld, in Ostdeutschland nur 269 Euro im Monat.

          Binnenschiffer, Maurer und Zimmerer verdienen mehr als doppelt so viel wie Schuhmacher, Floristen und Frisöre

          Allen Zahlen gemeinsam ist, dass es sich um die durchschnittliche Vergütung während der gesamten Ausbildungszeit handelt. Unterschiede gibt es zum einen innerhalb der verschiedenen Ausbildungsjahre. Ein Maurer zum Beispiel startet in Westdeutschland mit 648 Euro und kommt im dritten Ausbildungsjahr auf fast doppelt so viel: 1259 Euro. Auch unterscheiden sich die Zahlen vielfach von Bundesland zu Bundesland. „Neben bundeseinheitlichen Tarifverträgen gibt es solche mit starken regionalen Unterschieden, häufig verbunden mit einem West-Ost-, aber auch mit einem Süd-Nord-Gefälle“, sagt Reinhard Bispinck vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. In den Statistiken der Institute enthalten sind nur die Bereiche, in denen es tarifliche Vereinbarungen gibt. Eine Ausnahme bildet beispielsweise die IT-Branche.

          Die Zuwachsraten des vergangenen Jahres deuten darauf hin, dass es für viele Unternehmen in Zeiten des demographischen Wandels schwieriger wird, qualifizierte Azubis zu finden. Im Jahr 2006 hingegen, als es besonders viele Bewerber gab, erhöhten sich die Vergütungen nach Angaben des BIBB gerade mal um ein Prozent, obwohl es der Wirtschaft damals insgesamt gutging. Nun macht sich offenbar bemerkbar, dass der Nachwuchs knapp wird. Im Jahr 2011 machten 19 700 Haupt- und Realschüler weniger als im Jahr zuvor ihren Abschluss - die Hauptzielgruppe für die duale Ausbildung.

          Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen gibt es übrigens schon bei den Azubis. Männer kamen dem BIBB zufolge im vergangenen Jahr in Westdeutschland auf 751 Euro im Monat, Frauen dagegen im Durchschnitt nur auf 715 Euro. Mit Diskriminierung habe das allerdings nichts zu tun. „Die abweichenden Vergütungsdurchschnitte resultierten ausschließlich aus der unterschiedlichen Verteilung von jungen Männern und Frauen auf die Ausbildungsberufe“, schreibt das Institut. Junge Männer wählten eher gut bezahlte Ausbildungsberufe, Frauen solche mit geringeren Gehältern.

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