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Kind und Karriere : Männer arbeiten länger, wenn sie Kinder haben

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Sich um die Kinder kümmern: In vielen Familien noch immer vornehmlich die Aufgabe der Mutter. Bild: dpa

Wenn ein Elternteil wegen der Kinderbetreuung weniger arbeitet, dann ist es noch immer meistens die Frau. Väter dagegen sind durchschnittlich sogar noch mehr Stunden am Arbeitsplatz als kinderlose Männer.

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          Kind und Karriere - das ist heutzutage kein Problem mehr. So wird es jedenfalls immer wieder kolportiert. Allerdings zeigen aktuelle statistische Daten: Diese Weisheit gilt nach wie vor hauptsächlich für Väter. Berufstätige Mütter arbeiten noch immer deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen mit Kindern.

          Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag lag die durchschnittliche Arbeitszeit von Frauen mit Kindern im Jahr 2013 bei 27 Stunden je Woche. Erwerbstätige Väter arbeiteten dagegen im Durchschnitt knapp 42 Stunden in der Woche. Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren, die zu Hause keinen Nachwuchs zu betreuen hatten, waren gut 37 Stunden in der Woche am Arbeitsplatz zu finden. Männer ohne Kind arbeiteten dagegen sogar durchschnittlich eine Stunde weniger als Männer mit Kind (41 Stunden).

          Ob die Väter mehr Zeit am Arbeitsplatz verbrachten als männliche Kinderlose, weil sie sich vor ihren familiären Aufgaben drücken wollten, lässt die Studie aber offen. Auch lässt sich nicht aus den Zahlen herauslesen, ob Familienväter vielleicht länger arbeiten müssen, um die Familie ernähren zu können.

          Auch West und Ost unterscheiden sich

          Klar ist aber, dass Mütter noch immer deutlich häufiger in Teilzeit tätig sind und den Rest ihrer Zeit den familiären Aufgaben widmen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert das. Die geringeren Stundenzahlen gingen zulasten der wirtschaftlichen Absicherung von Frauen. Junge Mütter wollten oft mehr und junge Väter weniger arbeiten. „Dafür braucht es ökonomische Sicherheit und auch eine andere Unternehmenskultur hierzulande“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

          Unterschiede gibt es nicht nur zwischen Müttern und Vätern, sondern auch zwischen West und Ost. Nach Angaben der Statistiker arbeiten Mütter in den neuen Bundesländern im Durchschnitt 33 Stunden wöchentlich. In Westdeutschland sind es 25 Stunden.

          Insgesamt erhöhte sich die wöchentliche Arbeitszeit im Vergleich zum Jahr 2003 den Angaben zufolge in ganz Deutschland leicht. Den größten Anstieg gab es bei westdeutschen Frauen ohne Kind (eine Stunde mehr).

          Teilzeitarbeit von Frauen gilt als ein Grund für die im Durchschnitt noch immer große Lohnkluft zwischen Frauen und Männern in Deutschland. Nach jüngst veröffentlichten Berechnungen des Statistischen Bundesamts verdienten Frauen 2014 etwa ein Fünftel (22 Prozent) weniger als Männer. Mit 15,83 Euro pro Stunde lag ihr Bruttoverdienst um fast fünf Euro unter dem von Männern (20,20 Euro).

          Das Bundesamt führte als Hauptgründe für die unterschiedliche Entlohnung an, Frauen seien eher in schlechter bezahlten Berufen tätig, nähmen häufiger Teilzeitjobs an und arbeiteten oft auf niedrigeren Führungsstufen. Allerdings verdienen Frauen der Behörde zufolge auch bei ähnlicher Qualifikation und ähnlicher Tätigkeit im Durchschnitt sieben Prozent je Stunde weniger als männliche Kollegen.

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