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Keine Kündigung : Auch Kranke dürfen arbeiten

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Entweder man ist krank, oder man ist arbeitsfähig. Arbeitnehmer sollen während ihrer Krankschreibung nicht arbeiten, schon gar nicht bei der Konkurrenz. Doch es gibt Ausnahmen, hat das Landesarbeitsgericht Kiel entschieden.

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          Arbeitnehmer, die trotz ihrer Krankschreibung einer Nebentätigkeit nach gehen, gefährden ihren Job. Das gilt vor allem, wenn keine ausdrückliche Genehmigung ihres Arbeitgebers vorliegt. Allerdings ist eine Kündigung nicht gerechtfertigt, wenn der kranke Arbeitnehmer nur ausnahmsweise einen „Freundschaftsdienst“ übernommen hat. Dies hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in Kiel entschieden (Urteil vom 19. Dezember 2006, AZ: 5 Sa 288/06).

          Kommt ein Busfahrer in die Taxi-Vermittlung

          Im konkreten Fall war ein Busfahrer bei einem befreundeten Taxiunternehmer unentgeltlich als Ersatz für eine erkrankte Telefonistin eingesprungen. Bei seinem Arbeitgeber war der Busfahrer jedoch wegen eines gebrochenen Fußes krank gemeldet. Als der Chef von der einmaligen Nebentätigkeit erfuhr, kündigte er dem Busfahrer fristlos. Der Arbeitnehmer habe nicht nur seine Genesung verzögert, sondern durch die Aushilfe bei einem Taxiunternehmen gegen das arbeitsvertragliche Wettbewerbsverbot verstoßen, argumentierte der Arbeitgeber.

          Während das Arbeitsgericht die Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers in erster Instanz zurückgewiesen hatte, gab das Landesarbeitsgericht dem Busfahrer Recht. Der Kläger sei durch seinen einmaligen Freundschaftsdienst nicht in Konkurrenz zu seinem Arbeitgeber getreten und habe seine Gesundung auch nicht gefährdet. Auch wenn man die Belastung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die unerlaubte Nebentätigkeit berücksichtige, bleibe die Kündigung trotzdem unverhältnismäßig.

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