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Der F.A.Z.-Gehaltsatlas : Das verdient Deutschland

Bild: F.A.Z.

Wo bekommen Fach- und Führungskräfte die höchsten Gehälter? Wie groß ist noch heute die Kluft zwischen Ost und West? Der Gehaltsatlas von Gehalt.de und der F.A.Z. deckt die Unterschiede auf.

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          Auch ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung zeigt sich Deutschland geteilt. Beim Thema Gehalt verläuft eine Trennlinie zwischen dem Südwesten und dem Nordosten der Republik. Die fünf Landeshauptstädte mit den höchsten Durchschnittsverdiensten für Fach- und Führungskräfte reihen sich auf einem Band von Bayern über Baden-Württemberg bis nach Nordrhein-Westfalen, nur Saarbrücken fällt ab. Der Osten belegt dagegen geschlossen die hinteren Plätze. Während in München das Jahresdurchschnittsgehalt bei 51.193 Euro liegt, kommt Schlusslicht Schwerin auf fast 20.000 Euro weniger. Im Vergleich der Bundesländer schafft es immerhin der Stadtstaat Hamburg auf das Treppchen, wie der Gehaltsatlas der Vergütungsberatung Gehalt.de und der F.A.Z. zeigt. „Auch nach 25 Jahren geht die Schere zwischen östlichen und westlichen Bundesländern noch weit auseinander“, lautet das Fazit von Tim Böger, dem Geschäftsführer von Gehalt.de. Es sei auch nicht abzusehen, dass sich das Gehaltsniveau des Ostens schnell an das des Westens angleichen werde. Für den Atlas wurden knapp 450.000 Gehaltsdatensätze ausgewertet.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Großstädte sind bei akademischen Berufseinsteigern im Vergleich zu ländlichen Regionen deutlich beliebter. Unternehmen in Ballungszentren wie Hamburg, Berlin und Bremen müssten deshalb keine großen Gehaltsanreize schaffen, um an gut ausgebildetes Nachwuchspersonal zu kommen, sagt Böger. In Baden-Württemberg, Hessen und Bayern seien dagegen die ländlichen Regionen konkurrenzfähiger, so dass hier auch in den Städten für Berufsanfänger mehr bezahlt werden müsse.

          Lebenshaltungskosten zehren hohe Gehälter auf

          Ein hohes Gehalt verrät aber noch nichts über den Lebensstandard. Spitzenreiter München, das ein Fünftel über dem Durchschnitt liegt, wartet auch mit vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten auf, so dass am Ende nicht zwangsläufig mehr im Geldbeutel hängenbleibt als in Städten mit niedrigeren Bruttoverdiensten. „Der Reiz der neuen Bundesländer liegt in den verhältnismäßig geringen Lebenshaltungskosten“, sagt Tim Böger, „ein Wechsel in den Osten kann sich deswegen also trotzdem lohnen.“

          Dank der stabilen Konjunktur in Deutschland rechnet Böger auch 2016 mit einem ordentlichen Gehaltsplus für Akademiker. „Wir erwarten in manchen Berufen wie zum Beispiel für IT-Experten, Ingenieure oder Vertriebsspezialisten zum Teil deutlich mehr als 3 Prozent Wachstum - aber nicht in allen Regionen.“ Überall, wo qualifiziertes Personal knapp werde, stiegen die Gehälter stärker als noch vor ein paar Jahren. Im Arbeitsmarkt für Geringqualifizierte ist dagegen laut Böger höchstens mit einem geringen Lohnwachstum zu rechnen. Die vielen Flüchtlinge dürften die Konkurrenz noch verschärfen und die Lohnentwicklung dämpfen.

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