https://www.faz.net/-gyl-77t2b

Erwerbstätigkeit in Partnerschaften : Der männliche Alleinverdiener ist ein Auslaufmodell

  • Aktualisiert am

Familie heute: Alle packen mit an, beruflich wie privat. Allerdings arbeiten die Frauen meist in Teilzeit. Bild: dpa

In Partnerschaften gibt es das männliche Alleinverdienermodell immer seltener. Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau Teilzeit - das ist mittlerweile die beliebteste Variante.

          2 Min.

          Das traditionelle Alleinverdiener-Modell hat weitgehend ausgedient: Frauen in Partnerschaften leisten einen steigenden finanziellen Beitrag zum gemeinsamen Verdienst des Paares. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels. Durchschnittlich haben Frauen im Jahr 2011 rund 30 Prozent zum partnerschaftlichen Einkommen beigetragen. Das ist ein Zuwachs von drei Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2000.

          Die Entwicklung erklärt das Institut vor allem dadurch, dass immer mehr Frauen berufstätig seien. Im Jahr 2000 verdienten in gut drei von zehn Partnerschaften noch ausschließlich die Männer das Geld, 2011 war dies nur noch in einem Fünftel der Paarhaushalte der Fall. Gewachsen ist  vor allem der Anteil jener Frauen, die höchstens 40 Prozent zum gemeinsamen Verdienst beisteuern. Diese Gruppe machte im Jahr 2000 noch einen Anteil von 37 Prozent aus, 2011 waren es bereits 44 Prozent.

          Der Mann in Vollzeit, die Frau in Teilzeit

          Vor allem Frauen, deren Partner in Vollzeit arbeitet, haben zwischen den Jahren 2000 und 2011 eine Teilzeitarbeit oder eine geringfügige Tätigkeit aufgenommen. Im Jahr 2000 gab es diese Kombination bei etwa einem Drittel der Paare, im Jahr 2011 bereits bei mehr als 40 Prozent. Damit ist es das häufigste Erwerbsmodell in Deutschland. Der Anteil der Paare, in denen sowohl der Mann als auch die Frau in Vollzeit arbeiten, hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 hingegen kaum verändert. Diese Erwerbsform ist in Ostdeutschland nach wie vor am weitesten verbreitet, im gesamten Bundesgebiet ist es mittlerweile das zweithäufigste Modell. Zu dieser Entwicklung beigetragen hat der rasante Bedeutungsverlust des traditionellen Alleinernährermodells.

          In Ostdeutschland waren Frauen bereits seit langem nicht nur häufiger, sondern auch mit einer höheren Wochenarbeitszeit erwerbstätig. Ihr Verdienstanteil in Partnerschaften ist, auch wenn die westdeutschen Frauen aufgeholt haben, nach wie vor deutlich höher: 2011 lag er durchschnittlich bei 39 Prozent, während es bei westdeutschen Frauen nur 28 Prozent waren. In Teilzeit oder geringfügig tätige Frauen mit einem in Vollzeit erwerbstätigen Partner trugen in Ostdeutschland im Jahr 2011 durchschnittlich 30 Prozent zum gemeinsamen Verdienst bei, in Westdeutschland waren es 22 Prozent.

          Keine signifikanten Unterschiede zwischen Ost und West zeigten sich beim Verdienstanteil der Frau, wenn in der Partnerschaft beide eine Vollzeitstelle hatten. Im Durchschnitt lag aber auch in diesem Erwerbsmodell der Verdienstanteil der Frau unter dem des Partners. In knapp einem Zehntel der Partnerschaften erzielen allerdings mittlerweile Frauen mehr als 60 Prozent des gemeinsamen Verdienstes.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In Offenbach wird gebaut – aber wie teuer wird die Grundsteuer?

          Bundestag stimmt am Freitag ab : Protokollnotiz soll die Grundsteuer retten

          Die Bundesregierung steht unter Druck: Ohne Einigung in Sachen Grundsteuer müssen die Kommunen auf mehr als 14 Milliarden Euro im Jahr verzichten. Viel spricht dafür, dass FDP und Grüne die geplante Reform ermöglichen werden.
          Dorothee Blessing, Deutschlandchefin von JP Morgan.

          JP-Morgan-Chefin im Gespräch : „Frankfurt wird wichtiger“

          Befindet sich die deutsche Industrie im Ausverkauf? Für Dorothee Blessing ist das keine plötzliche Erscheinung. Im Interview spricht die Deutschlandchefin von JP Morgan, über Brexit-Folgen rebellische Investoren – und die Angst vor der Börse.
          Der amtierende indische Ministerpräsident Narendra Modi

          Hohe Verschuldung : Weltbank warnt vor indischer Krise

          Die Lage der Banken wird prekärer. Von faulen Krediten im Volumen von rund 150 Milliarden Dollar ist die Rede. Nun schlagen die Probleme aus dem Finanzsektor auf die Binnenwirtschaft durch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.