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Berufsunfähigkeit : Nur jeder Fünfte ist versichert

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Wer nach einem Unfall zum Beispiel im Rollstuhl sitzt und keinen Beruf mehr ausüben kann, steht nicht nur psychisch und physisch, sondern auch finanziell vor Herausforderungen. Bild: dpa

Ein Verkehrsunfall oder Sturz beim Sport und ein Mensch kann seinem eigentlichen Beruf nicht mehr nachgehen. Doch nur wenige Deutsche sind finanziell darauf vorbereitet. Der Grund: Das Finanzielle.

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          Fast jeder zweite Deutsche kennt Personen aus dem eigenen Umfeld, die erwerbs- oder berufsunfähig geworden sind. Dennoch scheint diese Tatsache keinen merklichen Einfluss auf die eigene Absicherung zu haben. Lediglich etwa ein Fünftel (22 Prozent) der Deutschen hat bislang eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Dabei haben mit 28 Prozent deutlich mehr Männer eine Versicherung abgeschlossen, als Frauen (17 Prozent). Zudem haben gehobene Einkommensgruppen häufiger eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen als Geringverdiener. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov unter mehr als 1.000 Deutschen für den Direktversicherer Hannoversche.

          Als häufigsten Grund für einen Nichtabschluss führen die Befragten mit 47 Prozent die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung an. Besonders bei den Geringverdienern erklärt die Mehrheit, sich diese Absicherung nicht leisten zu können. Rund ein Viertel (27 Prozent) begründet weiterhin, sich generell noch nicht mit der Thematik der Erwerbsunfähigkeit beschäftigt zu haben, bei den 18 bis 24 Jahre alten Umfrageteilnehmern sind es sogar 40 Prozent.

          Etwa jeder dritte Bundesbürger (32 Prozent) geht davon aus, schon dann erwerbsunfähig zu sein, wenn man krankheitsbedingt seinen derzeitigen Beruf nicht mehr ausüben kann, was sich im Ernstfall für viele als Trugschluss herausstellt. Denn voll erwerbsunfähig im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung ist man nur dann, wenn man krankheits- oder unfallbedingt nur noch drei Stunden pro Tag einer Arbeit jeglicher Art, unabhängig vom bisherigen Beruf, nachgehen kann und zusätzlich die Mindestversicherungszeiten erfüllt.

          Manche Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen allerdings bereits, wenn eine fünfzigprozentige Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf vorliegt. „Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Verantwortung. Im Internet oder per Telefon können sich Kunden schnell und einfach informieren, welche Absicherung zur Erwerbs- und Berufsunfähigkeit am besten zu einem passt und wie teuer sie ist“, so Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov

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