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Arbeitsrecht : WM entschuldigt alles

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Fußball gucken im Betrieb: Eine Kündigung ohne Abmahnung rechtfertigt das nicht, findet das Arbeitsgericht Frankfurt Bild: Julia Zimmermann / F.A.Z.

Ein Verkäufer hatte im vergangenen Sommer ein Fernsehgerät im Verkaufsraum seines Unternehmens aufgebaut und ein Spiel der WM-Vorrunde eingeschaltet. Als seine Vorgesetzten davon erfuhren, kündigten sie ihm. Zu Unrecht, entschied nun ein Gericht.

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          Die fristlose Entlassung eines Verkäufers, der während der Arbeit ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft im Fernsehen geschaut hatte, war nicht gerechtfertigt. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt entschieden. Auch mit Einhaltung der Kündigungsfrist durfte er nicht entlassen werden (Az.: 7 Ca 4868/10).

          Der Verkäufer hatte im vergangenen Sommer ein Fernsehgerät im Verkaufsraum des Unternehmens aufgebaut und ein Spiel der WM-Vorrunde eingeschaltet. Als seine Vorgesetzten davon erfuhren, kündigten sie wegen des Verdachts des Arbeitszeitbetrugs. Der Mann werde schließlich nicht dafür bezahlt, während der Arbeitszeit seiner privaten Leidenschaft zu frönen.

          Das Gericht teilte diese Ansicht nicht. Fußball habe gerade während einer Weltmeisterschaft einen solchen Stellenwert in der Gesellschaft, dass von einem „sozialadäquaten Verhalten“ des Arbeitnehmers ausgegangen werden könne. Ohne vorausgegangene Abmahnung hätte man ihm jedenfalls nicht kündigen dürfen, betonten die Arbeitsrichter.

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