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Arbeitsrecht : Kündigung wegen 80-Cent-Gutscheins unwirksam

  • Aktualisiert am

Unwirksam: Fristlose Kündigung wegen 80 Cent Bild: dpa

Ein Angestellter hatte einen Essensgutschein im Wert von 80 Cent in der Kantine falsch eingelöst - und wurde prompt von seinem Arbeitgeber hinausgeworfen. Gegen diese Kündigung klagte er nun vor dem Arbeitsgericht Reutlingen - und bekam Recht.

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          Wegen eines falsch eingelösten 80-Cent-Essensbons hat ein Mann seinen Job verloren - zu Unrecht, urteilte am Dienstag das Arbeitsgericht Reutlingen. Sowohl die fristlose als auch die ordentliche Kündigung sind demnach unwirksam. Der Arbeitgeber des Mannes, ein Sportbekleidungshersteller aus dem Kreis Reutlingen, überlegt jetzt, ob er gegen das Urteil Rechtsmittel einlegt.

          Der 35 Jahre alte Mitarbeiter hatte in der Kantine ein Essensmärkchen für das Mittagessen seiner Lebensgefährtin eingelöst. Damit verstieß er gegen eine Vorgabe seines Arbeitgebers. Das sei zwar prinzipiell ein Kündigungsgrund. „Aber er hat sein Fehlverhalten eingeräumt“, betonte der Vorsitzende Richter Werner Schwägerle. Eine Kündigung sei deshalb zu hart: „Zweck einer Kündigung ist ja nicht die Sanktion, sondern sie soll zukünftige Vertragsverletzungen verhindern.“

          Der Arbeitgeber erlitt zwar keinen finanziellen Schaden durch den falsch verwendeten Gutschein. Aber er argumentierte, man habe nach dem Zwischenfall kein Vertrauen mehr in den Angestellten, der als Einkäufer über einen Millionen-Etat verfüge. „Wenn er das in der Kantine macht, stellt sich die Frage: Macht er es als Einkäufer auch?“, sagte der Anwalt.

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