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Antidiskriminierung : Frauenjob im Mädcheninternat

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Mitternachtsfete im Mädcheninternat. Und dann klopft der männliche Lehrer an die Tür und schickt alle ins Bett. Solche Szenen mochte sich ein Gymnasium in Rheinland-Pfalz nicht gern vorstellen - und berücksichtigte nur weibliche Bewerber für eine Lehrerstelle. Männerdiskriminierung?

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          Männliche Bewerber können sich nicht immer auf Diskriminierung berufen und eine Entschädigung verlangen, wenn sie für eine Stelle mit besonderen Anforderungen abgelehnt wurden. So kam das Bundesarbeitsgericht zu dem Ergebnis, dass ein Mädcheninternat durchaus nur Frauen für eine bestimmte Stelle berücksichtigen durfte, weil dabei auch Nachtdienste an Ort und Stelle zu leisten sind. Die obersten deutschen Arbeitsrichter lehnten am Donnerstag die Revision eines unterlegenen Bewerbers ab, der 6750 Euro Entschädigung verlangt hatte.

          Für das Internat war in einer Stellenausschreibung eine Erzieherin/Sportlehrerin oder Sozialpädagogin gesucht worden. Der Kläger, ein Diplom-Sozialpädagoge, hatte sich um diese Stelle beworben und war abgelehnt worden. Das staatliche Gymnasium teilte ihm mit, bei der Stellenbesetzung könnten ausschließlich weibliche Bewerber berücksichtigt werden, weil die künftige Mitarbeiterin auch Nachtdienste im Internat leisten müsse.

          „Wesentliche und entscheidende Anforderung“

          Der Kläger hielt sich wegen seines Geschlechts für benachteiligt und verlangte vom Land Rheinland-Pfalz wegen eines Verstoßes gegen das Benachteiligungsverbot des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) eine Entschädigung in Höhe von mindestens 6750 Euro. Schon die Vorinstanz hatte die Klage abgewiesen. Und auch vor dem Bundesarbeitsgericht blieb die dagegen gerichtete Revision erfolglos.

          Der Achte Senat hielt die unterschiedliche Behandlung wegen des Geschlechts in diesem Fall für zulässig. Für eine Tätigkeit mit Nachtdiensten in einem Mädcheninternat stellt das weibliche Geschlecht nach Ansicht der Richter eine „wesentliche und entscheidende Anforderung“ im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes dar, hieß es zur Begründung. Dabei stehe es dem Arbeitgeber grundsätzlich frei festzulegen, welche Arbeiten auf einem zu besetzenden Arbeitsplatz zu erbringen sind. (Aktenzeichen: Bundesarbeitsgericht 8 AZR 536/08)

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