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Lucke-Protest in Hamburg : Notfalls mit der Polizei

  • -Aktualisiert am

Polizisten überwachen vor der Vorlesung von AfD-Mitgründer Lucke den Hörsaal der Uni Hamburg. Bild: dpa

Der Studierendenausschuss macht gegen AfD-Gründer und VWL-Professor Bernd Lucke mobil, das Präsidium reagiert zurückhaltend. Wie ist die Wissenschaftsfreiheit an der Hamburger Universität zu retten? Ein Gastbeitrag.

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          Karim Kuropka ist dieser Tage ein wortkarger Mann. Der heute 32 Jahre alte erste Vorsitzende des Hamburger Asta hatte nach eigenen Angaben bereits im Jahr 2011 ein Studium der Linguistik an der Universität Potsdam abgeschlossen und wechselte im gleichen Jahr zum Studium der „systematischen Musikwissenschaft“ an die Universität Hamburg. Seit dem Jahr 2013 ist er dort in den Master-Studiengang „Germanistische Linguistik“ eingeschrieben, offenbar bis heute ohne Abschluss. Derartige Informationen muss man sich auf seiner Facebook-Seite mühsam zusammensuchen – denn für Presseanfragen steht er „nicht zur Verfügung“. Dabei gilt Kuropka, der seinen Lebensunterhalt derzeit als Mitarbeiter der stellvertretenden SPD-Bürgerschaftsfraktionsvorsitzenden Ksenija Bekeris verdient, als einer der wesentlichen Strippenzieher hinter den Angriffen auf den AfD-Gründer und Volkswirtschaftslehreprofessor Bernd Lucke. Als klarwurde, dass Lucke nach dem Ausscheiden aus dem Europäischen Parlament an seine Universität zurückkehren würde, begann der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) unter Kuropka gegen Lucke mobil zu machen. Er und der Asta hätten, so ihr Selbstbild, mit dem Abbruch der Vorlesungen allerdings „nichts zu tun“. Selbstverständlich habe Lucke das Recht, seine Lehrinhalte zu vertreten. Der Asta hätte nur zu einer Demonstration aufgerufen und damit seinerseits sein Grundrecht auf Meinungsfreiheit ausgeübt.

          Robin Mesarosch, Referent für Social Media im Bundestagsbüro von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), schrieb am 16. Oktober zur Randale gegen Lucke auf Facebook: „Bernd Lucke ist der Gründer der erfolgreichsten deutschen Nazi-Partei seit der NSDAP. Er hat in einem Vortragssaal nichts verloren. Das ist keine arbeitsrechtliche, sondern eine gesellschaftliche Frage. Die Studierenden in Hamburg retten gerade die Ehre dieser Gesellschaft.“

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