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Programme für Flüchtlinge : Langer Atem nötig

Ein Flüchtling aus Iran an einer Fräsmaschine Bild: dpa

Das Engagement von Unternehmen wie Volkswagen ist löblich. Doch viele Flüchtlinge tun sich schwer auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Der Weg ist noch lang.

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          Man muss die Zahl nicht schlechter machen, als sie ist: Ein Netzwerk von Unternehmen rund um den Auto-Giganten Volkswagen hat in den vergangenen Jahren 5000 Flüchtlinge fit gemacht für den deutschen Arbeitsmarkt. Zumindest durchliefen die Kandidaten entsprechende Vorbereitungsprogramme für die berufliche Integration.

          Das ist löblich, kostet dieses Angebot doch eine Menge Zeit und Geld, also Ressourcen, die gerade für kleinere Arbeitgeber kostbar sind. Und ob darunter die erhofften Lehrlinge und späteren Fachkräfte der Zukunft sind, muss sich erst noch zeigen. Deshalb darf man in die Zahl auch nicht zu viel hineininterpretieren. Denn es zeigt sich erstens, wie schwierig es ist, Menschen aus fernen Ländern mit meist mangelhaften Deutschkenntnissen überhaupt eine Beschäftigungsperspektive zu eröffnen.

          Und zweitens ist diese Zahl nur ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts von annähernd 2 Millionen registrierten Schutzsuchenden in Deutschland und der Tatsache, dass mehr als jeder siebte erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger mittlerweile ein geflohener Schutzberechtigter ist. Wer aus Flüchtlingen wirklich mehr als einfache Hilfsarbeiter machen will, braucht einen langen Atem.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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