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Präsenzlehre an Universitäten : Der Zauber des Zufälligen

  • -Aktualisiert am

Keine Pflichtveranstaltung: Studentenleben am Campus der Frankfurter Goethe-Universität Bild: Jens Gyarmaty

Universitäten sind nicht nur Lehrinstitute. Sie sind auch Kontaktbörsen, Heiratsmarkt, Flirtzentralen. Ihren soziale Funktion können sie nur vor Ort entfalten. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Die Pandemie hat Dozenten an den Hochschulen dazu gezwungen, innerhalb von kurzer Zeit auf digitale Lehre umzustellen. Die Lernkurve ist in den meisten Fällen steil gewesen. Die Dozenten haben schnell verstanden, dass es für den Erfolg eines Seminars zentral ist, dass alle Studenten ihre Videokamera anhaben, weil sonst eine ansteckende Entfremdung von der Interaktion einsetzt. Sie haben erfahren, dass bei mehr als einem Dutzend Teilnehmer in einer internetbasierten Veranstaltung Störgeräusche entstehen, wenn alle ihr Mikrofon anlassen, es aber bei weniger als einem Dutzend sinnvoll ist, die Mikros anzulassen, weil kleine zustimmende oder ablehnende Geräusche den Gesprächsfluss erleichtern.

          Auch wenn die Digitalisierungseuphorie einiger Bildungsplaner berechtigte Skepsis bei vielen Dozenten hervorruft, hat die Verunmöglichung einer Lehre unter körperlicher Ko-Präsenz von Lehrenden und Lernenden zu einer Reihe interessanter Variationen geführt. Bei forschungsorientierten Lehrveranstaltungen im Internet sind räumliche Grenzen so irrelevant, dass problemlos Autoren von Texten zugeschaltet werden und Studenten aus unterschiedlichen Hochschulen ohne Schwierigkeiten für Diskussionen zusammenkommen können. Statt Studenten zu fixen Zeitpunkten in Großveranstaltungen zu versammeln – auch bei körperlicher Präsenz in Hörsälen nicht immer ein Höhepunkt der Lernerfahrung –, werden jetzt Inhalte von Vorlesungen in Videosequenzen zur Verfügung gestellt, auf die in kleineren Übungen dann systematisch eingegangen werden kann.

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