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Plan B : Was tun ohne Masterstudienplatz?

  • -Aktualisiert am

Nicht sofort einen Masterstudienplatz bekommen? Für den Übergang zwischen Bachelor und Master gibt es gute Alternativen. Finden auch die Unternehmen. Bild: iStock-Photo

Viele Bachelor-Absolventen wollen ihr Studium nahtlos fortsetzen. Klappt das nicht wie erhofft, ist die Verzweiflung groß. Dabei gibt es gute Alternativen für den geradlinigen Weg zum Masterstudienplatz.

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          Ein Student, der sich im Internet „Eric 87“ nennt, kann es nicht fassen: „Es war ein großer Fehler, sich für die Uni Köln entschieden zu haben. Die eigenen Studenten werden mit Füßen getreten“, zieht er im Forum der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät vom Leder. Der Grund für die so geäußerte Empörung ist eine Absage, die er auf seine Bewerbung um einen Master-Platz erhielt - trotz einer Bachelor-Note von 1,9. Wütend schreibt Eric 87: „Danke für nichts, liebe Uni Köln.“


          Als im vergangenen Herbst über die Vergabe der Master-Plätze entschieden wurde, erging es vielen Bachelor-Absolventen in Deutschland ähnlich. Sie waren leer ausgegangen und fühlten sich von ihrer Hochschule im Stich gelassen. Ausgebremst. Ein knapp formuliertes Ablehnungsschreiben hatte ihre gesamte Lebensplanung über den Haufen geworfen. Vor allem in Berlin, Hamburg und Köln gab es in einzelnen Fächern viel zu wenige Master-Plätze. Auf die 215 Plätze im Master of Business Administration an der Uni Köln bewarben sich 1700 Bachelor-Absolventen. Die Uni Hamburg bekam 1171 Bewerbungen für 170 Plätze im Fach Betriebswirtschaftslehre. An der Humboldt-Universität in Berlin bewarben sich über alle Fächer hinweg 5500 Bachelor-Absolventen für 1800 Plätze.

          Kein Masterstudienplatz: Liegt das am NC?


          Den Wissenschaftsministerien der Länder zufolge sind das Ausnahmen, Meldungen über Engpässe und verschärfte Zulassungsbeschränkungen seien vollkommen übertrieben. Die Ministerien beziehen sich auf eine Erhebung der Kultusministerkonferenz für das Wintersemester 2010/11, die ergab, dass lediglich 24 Prozent der bundesweit insgesamt 4713 Master-Studiengänge mit einem örtlichen NC belegt waren. Darüber hinaus zeigt die Erhebung, dass in den zulassungsbeschränkten Studiengängen der Andrang ­geringer ausfiel als erwartet. Nach dem Ende der Nachrückverfahren waren demnach von den rund 30.000 Studienplätzen mit einem örtlichen NC mehr als 6000 frei geblieben. Auch wenn die Zahlen von so manchem Bologna-Kritikern angezweifelt werden: Von einem generellen Mangel an Master-Plätzen kann derzeit tatsächlich nicht die Rede sein. Zu Engpässen kommt es nur in bestimmten Fächern und bestimmten Universitäten. Ob das so bleibt, ist aber ungewiss. Denn in den nächsten Jahren wird die Zahl der Bachelor-Absolventen deutlich ansteigen. In Nordrhein-Westfalen etwa nahmen im vergangenen Jahr 93 000 Bachelor-Anfänger das Studium auf. Die staatlichen Unis bieten derzeit rund 18 500 Master-Plätze an. Bliebe es dabei, würde lediglich jeder fünfte Bachelor-Absolvent einen Master-Platz bekommen. Angesichts dieser Perspektiven plagt viele Studenten die Angst um ihre Zukunft. Was tun, fragen sie sich voller Sorge, wenn es nach dem Bachelor plötzlich nicht wie geplant weitergeht?

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