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Businesslook : Perfekt fürs Büro gekleidet

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Branchen-Dresscodes im Umbruch

Früher war klar, dass in Banken, Unternehmensberatungen und im Management ein konservativer Kleidungsstil gepflegt wird und es in Werbeagenturen und der Modebranche formloser zugeht. In Zeiten, in denen Vorstandsvorsitzende eines Konzerns wie Daimler-Chef Dieter Zetsche bei öffentlichen Auftritten ohne Krawatte oder sogar in Jeans zu sehen sind, verschwimmen die einst so klaren Grenzen zwischen den Branchen jedoch. Heute zieht man sich nicht mehr wie ein Banker oder ein Werbefachmann an, sondern wählt sein Outfit je nach Situation: Steht ein offizieller Termin an, oder arbeite ich im Homeoffice? Dennoch hat nach wie vor die Branche Einfluss auf den Stil. „In den Bereichen, in denen viel Kundenkontakt erforderlich ist oder in denen Seriosität, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit ausgestrahlt werden soll, wird auch heute noch häufig eine formellere Kleidung erwartet“, so Professorin Carina Braun.

In Banken, Versicherungsunternehmen und Rechtsabteilungen trägt man Stilexpertin Elisabeth Motsch zufolge weiterhin Kostüm oder Anzug. Bei Kundenterminen eignen sich dunkle Farben besser als helle. Auch Krawatten werden hier in der Regel noch umgebunden. Lockert sich der Dresscode, helfen Regeln. Die Stadtsparkasse München etwa hat Ende 2016 gemeinsam mit ihren Mitarbeitern einen neuen Leitfaden erstellt. In der „Style Guide“ genannten Broschüre finden sich ganz handfeste Kleidungstipps zum klassischen Businesslook, aber auch Vorschläge für modische Alternativen, wie helle Kostümfarben für Frauen oder ein Look ohne Krawatte für Männer. Letzteres wird derzeit als Pilotprojekt getestet. Eine Kundenbefragung Ende des Jahres wird dann entscheiden, ob sich der neue Sparkassenlook ohne Krawatte durchsetzen wird. Der „Style Guide“ enthält auch einen Trachtenlook mit Dirndl und Lederhose. Die Hamburger Sparkasse ist sogar noch einen Schritt weitergegangen. Mitte vergangenen Jahres hat sie für alle Mitarbeiter den Dresscode „Business Casual“ vorgegeben: kein Anzug und kein Kostüm mehr, keine Krawatte und keine Halstücher – selbst Jeans, Chinos und Karohemden sind seitdem möglich.

Die Stadtsparkasse München hat gemeinsam mit ihre Mitarbeitern einen neuen „Style Guide“-Leitfaden erstellt. Darin finden sich handfeste Kleidungstipps. Über modische Alternativen, wie dem hier abgebildeten Trachtenlook mit Dirndl und Lederhose, wird Ende des Jahres eine Kundenbefragung entscheiden.

Im höheren Management, im Consulting, Training sowie in Marketing- und PR-Abteilungen rät Elisabeth Motsch dazu, einen Tick schicker gekleidet zu sein als das Umfeld, mit dem man zusammenarbeitet, aber keinesfalls zu modisch. Männer tragen Anzug oder Kombinationen, Frauen Kostüm oder Hosenanzug. Wichtig ist, dass die Kleidung von gehobener Qualität und in dunklen Farben gehalten ist. Ob die Krawatte immer notwendig ist, entscheidet der Stil des Unternehmens.

Im Verkauf, in IT-Abteilungen und auf der mittleren Führungs- und Verwaltungsebene in der technischen Produktion sowie in der Herstellung von medizinischem und pharmazeutischem Bedarf ist nach Ansicht von Expertin Motsch ein professioneller Look unabdingbar. Mit klassischen Businessoutfits in mittleren bis dunkleren Farbtönen liegt man richtig. Die Farben können durchaus modern sein, sollten aber nicht zu sehr auffallen. Krawatte ja oder nein? Das entscheidet auch hier der Stil des Hauses.

In der Werbung, den Medien, der Modebranche, der Touristik und dem Verlagswesen ist hingegen wesentlich mehr Vielfalt erlaubt. Wer in der kreativen Szene arbeitet, darf auch kreativ wirken. Die Kleidung soll modisch, ausdrucksstark und keinesfalls bieder sein. Mit schnelllebigen Trends sollte man laut Elisabeth Motsch aber aufpassen: „Denn wenn der Kunde nicht weiß, dass das gerade modern ist, hat man einen Nachteil.“

In Start-ups herrscht im Allgemeinen kein Dresscode. Jeder Mitarbeiter zieht das an, worin er sich wohl fühlt. Allerdings ist es auch hier abhängig davon, in welchem Wirtschaftszweig sich die Firma bewegt: Ein junges Pharmaunternehmen wird in Bezug auf die Kleidung der Belegschaft vermutlich etwas strenger verfahren als ein Software-Start-up.

Die große Ausnahme bilden jedoch Bewerbungsgespräche. Hier gilt nahezu in allen Bereichen und Branchen immer noch die ungeschriebene Regel: Ziehen Sie sich formell an! Der erste Eindruck zählt. „You can never be overdressed“ ist daher auch Stefanie Dillers Rat für jeden Berufsanfänger. Auch später im Berufsleben ist es erwiesenermaßen förderlich für die Karriere, wenn man sich von Anfang an so kleidet, als wäre man schon in der nächsthöheren Position.

Businesslook-Trends im Überblick

Lassen Sie sich als Berufsanfänger von Dresscode-Bezeichnungen wie „Business Casual“, „Business Formal“ oder „Smart Casual“ nicht irritieren: Businesskleidung sollte immer zur Branche und zur Position, aber auch zum Anlass, zum Geschäftspartner und zum Kunden passen. Generell kleidet man sich heute intern unter Kollegen weniger formell als im Zusammentreffen mit Kunden und Geschäftspartnern.

Die Krawatte wird in vielen Unternehmen nur noch bei offizielleren Anlässen oder gar nicht mehr getragen. Da der Schlips das Symbol für eine konservative Haltung ist, verzichten Chefs zum Teil bewusst darauf. Sie senden damit ein Signal: Unser Unternehmen ist offen für Neues und für junge Menschen. Bei uns herrschen flache Hierarchien, wir arbeiten im Team auf Augenhöhe miteinander.

Die „Turnschuhrevolution“ hat auch vor der Businesswelt nicht haltgemacht. Sneaker, die etwas feineren Sportschuhe, sind mittlerweile durchaus auch im Büroalltag an Mann und Frau oft und gern gesehen – vorausgesetzt, es handelt sich um schlichte, musterfreie Modelle. Stilexperten empfehlen auch bei Sneakern eher dunkle Farben wie Schwarz und Dunkelblau.

Ein modischer Business-Style von Frauen imitiert nicht mehr den Stil der Männer, sondern ist Ausdruck einer selbstbewussten Weiblichkeit. Der klassische Hosenanzug weicht einem variantenreicheren Stil, in dem auch Röcke oder Kleider die Hauptrolle spielen.

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