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Optimaler Unterricht gesucht : Eine Uni macht Schule

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Im Klassenzimmer der Universitätsschule Dresden Bild: dpa

An der TU Dresden hat gerade ein Projekt begonnen, in dem Bildungsforscher eine Schule organisieren. Klassen gibt es nicht, umso mehr Daten werden erhoben. Ist das der Schlüssel zur Bildung der Zukunft?

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          Universitätsschule – das klingt erst einmal widersprüchlich. Was denn nun: Uni oder Schule? An der TU Dresden rückt beides seit vergangener Woche ganz eng zusammen. Denn dort hat mit Beginn des neuen Schuljahres in einer Universitätsschule der Unterricht begonnen. Das Konzept sei einmalig in Deutschland, ja auf der ganzen Welt, schwärmen die Protagonisten. Es geht darum, eine Schule mit maximaler Nähe zu Bildungsforschern zu organisieren und die Schüler intensiv zu beobachten – um so Erkenntnisse über deren Entwicklung und am Ende über die optimale Form des Unterrichts zu gewinnen. Das Ziel ist, pathetisch formuliert, die Schule der Zukunft. „Das ist ein Meilenstein in der Bildungsforschung und in der Lehrerbildung“, sagt Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden.

          Zentral ist der Einsatz digitaler Lernmittel, mit denen das Lernverhalten der Schüler beobachtet wird. Das gemeinsame Projekt der TU Dresden mit der Stadt als Träger zielt darauf ab, innovative Formen des Lehrens und Lernens zu erproben und zu erforschen. Den Wissenschaftlern der Fakultät Erziehungswissenschaften liefert das Projekt Daten zur Bildungsforschung, Lehrer werden von Wissenschaftlern geschult und setzen die gewonnenen Erkenntnisse um. In diesem Schuljahr besuchen 200 Schüler der Jahrgänge 1, 2, 3 und 5 die Universitätsschule. Da im Jahrgang 4 eine Bildungsempfehlung ausgesprochen wird, hat die Universitätsschule im Gründungsjahr keine Genehmigung dafür erhalten. Bis zum Jahr 2024 werden allerdings weitere Jahrgänge aufgebaut. Die Zahl der Schüler soll um 550 auf 750 steigen.

          Das wissenschaftlich-pädagogische Konzept haben Wissenschaftler der Fakultät Erziehungswissenschaften entwickelt. „Kern ist die Schulplanung auf Basis der individuellen Entwicklungswege der Schüler. Dafür gibt es eine eigens entwickelte Software für das Lernen und das Schulmanagement“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Anke Langner. Zwar gibt es auch in Bayern Universitätsschulen – aber die hätten, abgesehen vom Namen, keine Gemeinsamkeiten mit dem Dresdner Modell. Seit vier Jahren begleitet Langner die Planung und Umsetzung der Universitätsschule als Projektleiterin. „Die Universitätsschule ersetzt die Realität nicht durch Virtualität“, sagt sie. „Das Lernen erfolgt nach wie vor über alle Sinne und Zugänge.“ Laptops mit der neuen Software unterstützten die Schüler bei der Planung des eigenen Lernens. Darauf aufbauend, wird die Schule organisiert, Klassen gibt es nicht.

          Die Wissenschaftler erheben Daten, die sie in digitale Daten, Beobachtungsdaten und Befragungsdaten aufteilen. Die Eltern der Schüler wurden auf mehreren Elternabenden über die Datenerhebung informiert. Eltern und Lehrer haben eine Einwilligungserklärung unterschrieben, da der Datenzugriff für die Forschung notwendig ist. Für die Lagerung, Übertragung und Anonymisierung der Daten hat die Schule ein Konzept erstellt und wird vom Dresdner Institut für Datenschutz beraten. „Eine Schule, bei der das individuelle Lernen und der Entwicklungsweg jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers im Mittelpunkt stehen“ – das sei das Ziel, wie es TU-Rektor Steinhagen formuliert.

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